Jahresergebnis - LafargeHolcim lässt keine Aktionärswünsche offen

Mit dem operativen Gewinn übertrifft LafargeHolcim im Schlussquartal selbst die höchsten Analystenschätzungen. Auch der Ausblick kann sich sehen lassen. Die Aktie trotz dem schwachen Gesamtmarkt.
27.02.2020 10:49
cash Insider
LafargeHolcim-Schriftzug an einem Bürogebäude in Paris.
LafargeHolcim-Schriftzug an einem Bürogebäude in Paris.
Bild: imago images / IP3press

Die Aktie von LafargeHolcim hatte in den letzten Tagen über weite Strecken einen sehr schweren Stand. Zu Unrecht, wie das am frühen Donnerstagmorgen veröffentlichte Ergebnis für das Schlussquartal letzten Jahres zeigt.

Während das organische Umsatzwachstum insgesamt etwas schwächer als erhofft ausfällt, werden beim wiederkehrenden operativen Gewinn (EBITDA) einmal mehr selbst die höchsten Analystenschätzungen übertroffen.

Gleichzeitig wartet der Baustoffhersteller aus Jona mit vielversprechenden Zielvorgaben für das neue Jahr auf. Den wiederkehrenden operativen Gewinn soll im Jahresvergleich um mindestens 7 Prozent (erwartet: mindestens 5 Prozent) wachsen. Letzteres dürfte die zuletzt lautgewordenen Zweifel an der Erreichbarkeit der bis Ende 2022 definierten Mittelfristziele verstummen lassen.

Solide operative Fortschritte auch im Schlussquartal

Nach einem frühen Vorstoss bis auf 47,16 Franken gewinnt die LafargeHolcim-Aktiezur Stunde noch 0,4 Prozent auf rund 46 Franken. 

Die Zürcher Kantonalbank begrüsst die soliden Fortschritte vom vergangenen Jahr. Sie spielt damit unter anderem auf die tiefere Nettoverschuldung an. Mit dem noch ausstehenden Erlös von rund 1,8 Milliarden Franken aus Devestitionen des Philippinen-Geschäfts dürfte die Nettoverschuldung noch einmal werden. Die Zürcher Kantonalbank hält nicht zuletzt auch deshalb am "Übergewichten" lautenden Anlageurteil fest.

Auch die Bank Vontobel berichtet von Verbesserungen über alle Bereiche und Aspekte hinweg. Die Zürcher Bank zeigt sich erfreut darüber, dass der Baustoffhersteller die sich selbst gesteckten Ziele trotz eines schwierigen Schlussquartals erfüllen konnte. Beeindruckt zeigt man sich bei der Bank Vontobel vor allem von der starken Barmittelgenerierung. So konnte der sogenannte freie Cashflow gegenüber dem Vorjahr um fast 80 Prozent gesteigert werden. Die Aktie wird denn auch weiterhin mit einem Kursziel von 63 Franken zum Kauf empfohlen.

Firmenchef drückt dem Unternehmen den Stempel auf

Etwas zurückhaltender gibt sich der irländische Broker Davy. Er zeigt sich von der Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr zwar beeindruckt, räumt allerdings ein, dass die eigentlichen Herausforderungen noch vor und nicht hinter dem Unternehmen liegen. Davy hält die ambitionierten Zielvorgaben für dieses Jahr als nur schwerlich erreichbar und stuft die Aktie nur mit "Neutral" ein.

Die Basler Kantonalbank erhöht ihr Anlageurteil von "Marktgewichten" auf "Übergewichten" und veranschlagt neuerdings ein Kursziel von 55 Franken. Sie glaubt, dass die mittelfristig angepeilte Gesamtkapitalrendite von 8 Prozent zwei Jahre früher als ursprünglich geplant erreicht werden könnte.

Wie aus Analystenkreisen weiter verlautet, trägt das Jahresergebnis die Handschrift von Firmenchef Jan Jenisch. Anders als seine Vorgänger lege er den operativen Schwerpunkt auf die Margen und nicht bloss auf Wachstum. Damit drücke er seinem Arbeitgeber den persönlichen Stempel auf.

Händler trauen der LafargeHolcim-Aktie auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes eine Kurserholung zu. Mit einem Minus von 14 Prozent seit Jahresbeginn zählt der Titel zu den diesjährigen Verlierern aus dem Swiss Market Index (SMI). Schuld sind wirtschaftliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Ausbruch in Asien, einem der wichtigsten Märkte für den Baustoffhersteller.