Gewinnmitnahmen und überraschend hohe Inflationsdaten haben die japanische Börse zum Wochenschluss ins Minus gedrückt. Der Nikkei-Index ‌verlor am ⁠Freitag 1,1 Prozent auf 68,212 Punkte, nachdem er ⁠am Donnerstag um 3,3 Prozent gestiegen war. Der breiter gefasste Topix fiel um ‌0,9 Prozent.

In Japan beschleunigte sich die ‌Kerninflation in Tokio im ​September so stark wie seit zehn Monaten nicht mehr. Dies verstärkte die Erwartung weiterer Zinserhöhungen. «Es mehren sich die Anzeichen, dass die Bank of Japan ernsthaft darüber nachdenken sollte, die Leitzinsen ‌eher schneller als langsamer anzuheben», sagte Commerzbank-Analyst Volkmar Baur.

Die Notenbank hatte die Zinsen im vergangenen Monat auf den höchsten Stand seit 31 ​Jahren gesetzt. Der geldpolitische Schlüsselsatz stieg um einen ​Viertelpunkt auf 1,25 Prozent. BoJ-Chef Kazuo ​Ueda wollte nach der Entscheidung nicht ausschliessen, dass es mit den Zinsen ‌schon bald weiter nach oben gehen könnte.

Zu den grössten Verlierern zählten Tech-Werte. Die Aktien der SoftBank Group rutschten um 6,2 ​Prozent ​ab, auch Tokyo Electron gaben ⁠um 4,1 Prozent nach. Am Donnerstag ​hatten viele Chip-Werte nach ⁠einem optimistischen Ausblick des US-Halbleiter-Herstellers Micron deutlich zugelegt.

In China blieben ‌die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen feiertagsbedingt geschlossen.

(Reuters)