Die japanische Notenbank erwäge auch danach einen aggressiveren Kurs, sagten drei mit den Überlegungen vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Gründe dafür seien zum einen die wachsende Besorgnis der Notenbanker über den Preisdruck, der durch den Nahostkonflikt ausgehe. Zum anderen verlange die anhaltende Schwäche der Landeswährung Yen eine Reaktion, da diese trotz der gemeinsamen Intervention Japans und der USA am Devisenmarkt anhalte.
«Eine frühzeitige Zinserhöhung rückt in Sichtweite», sagte einer der Insider. Demnach gebe es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank die Zinsen bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 17. und 18. September anheben wird. «Sie könnte auch das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigen», sagte der Insider was von einer zweiten Quelle bestätigt wurde.
An den Finanzmärkten wird eine Zinserhöhung im September bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 80 Prozent eingepreist. Nach Bekanntwerden der Überlegungen stieg die Rendite für fünfjährige japanische Staatsanleihen auf ein Rekordhoch. Die Notenbank selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Auf ihrer letzten Sitzung im Juli hatte die BoJ die Zinsen zwar unverändert gelassen, aber bereits die deutlichste Warnung vor steigendem Preisdruck seit Langem ausgesprochen.
Seit dem Auslaufen eines massiven, zehn Jahre andauernden Konjunkturprogramms im Jahr 2024 hat die Zentralbank ihre Zinsen etwa zweimal pro Jahr angehoben - zuletzt im Juni, als sie die Zinsen auf ein 31-Jahres-Hoch von 1,0 Prozent hob. Auf ihrer letzten Sitzung im Juli hatte die Zentralbank die Zinsen zwar unverändert gelassen, aber bereits die deutlichste Warnung vor steigendem Preisdruck seit Langem ausgesprochen.
(Reuters)

