«Wir wissen einfach nicht, wie wir den Ausgang ⁠modellieren sollen», schrieben die Analysten der Bank in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Sechs ‌Monate nach Beginn des Konflikts seien viele ‌wirtschaftliche rote Linien überschritten worden, ohne ​dass eine Lösung in Sicht sei. Der Ölpreis sei über 100 Dollar pro Barrel gestiegen und die Dieselpreise in den USA hätten vor dem Winter ein Allzeithoch erreicht.

Trotz der massiven Angebotsausfälle ‌von schätzungsweise zehn Millionen Barrel pro Tag ist der Ölpreis jedoch nicht so stark gestiegen wie erwartet. Dies liegt den Analysten zufolge vor allem ​an einem weltweiten Nachfragerückgang. Die globale Ölnachfrage sei ​um etwa 4,4 Millionen Barrel pro ​Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken. «Indem der Markt viel stärker auf den sinkenden Verbrauch ‌und viel weniger auf den Abbau von Lagerbeständen gesetzt hat, konnte er eine aussergewöhnliche Angebotsunterbrechung ohne einen nachhaltigen Anstieg der Rohölpreise verkraften», heisst ​es ​in dem Bericht.

Die Bank warnt ⁠jedoch, dass die Preise im weiteren Jahresverlauf ​steigen könnten, falls ⁠die Lieferunterbrechungen im Nahen Osten andauern. Derzeit gebe es zwar noch ‌ausreichend Lagerbestände, insbesondere in China, Europa und Japan, die als Puffer dienten. Diese könnten jedoch zur Neige gehen. «Kurz gesagt, ‌es ist noch genug Pulver trocken, um die ​Preise in Schach zu halten – vorläufig.»

(Reuters)