Der US-Anleihenmarkt könnte in den nächsten zwölf Monaten eine Rendite von rund 7 bis 8 Prozent erzielen. Das erwartet Bob Michele von JPMorgan Asset Management.

«Die Renditekurve für US-Staatsanleihen liegt nahe bei 5 Prozent», sagte Michele an einem Anlass in Singapur. Am kurzen Ende lägen die Renditen knapp darunter. Michele ist Chief Investment Officer und Leiter des Bereichs Global Fixed Income bei JPMorgan Asset Management. «Wir rechnen daher als Erstes mit Kursgewinnen. Dazu kommen dann noch die Zinserträge.»

US-Staatsanleihen legten in diesem Monat auf breiter Front zu. Auslöser waren Kursverluste bei Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, die Krise in Frankreich sowie die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Diese Faktoren machten US-Staatspapiere weltweit zur bevorzugten Anlageklasse. Die richtungsweisende Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen fiel im Oktober bisher um über 30 Basispunkte. Damit dürfte sie eine siebenmonatige Aufwärtsserie beenden.

Michele sieht das grösste Potenzial am langen Ende der Zinskurve. Die US-Notenbank Federal Reserve werde die Zinsen diese Woche zwar nicht anheben. Im Dezember dürfte sie jedoch wieder mit einer straffen geldpolitischen Botschaft auftreten, ergänzte er.

«Sie werden signalisieren, dass sie sich weiterhin in einem Zinserhöhungszyklus befinden. Das lange Ende der Zinskurve wird das begrüssen. Die Anleger wollen nämlich, dass die Fed das Wachstum und den Inflationsdruck wachsam im Auge behält. Ausserdem sind die Realrenditen schlicht zu hoch», sagte Michele.

JPMorgan Asset verwaltet ein Vermögen von rund 4,6 Billionen Dollar. Letzten Monat erklärte Michele, sein Team habe begonnen, US-amerikanische, japanische und australische Anleihen mit langer Laufzeit zu kaufen. Er bezeichnete die Kurse als «einfach zu tief» und erklärte, die Märkte hätten «die maximale Schmerzensgrenze» erreicht.

Ein Bloomberg-Index für Renditen von US-Staatsanleihen liegt 2026 bisher mit 0,9 Prozent im Minus. In den vorangegangenen drei Jahren hatte er jeweils zugelegt.

(Bloomberg/cash)

Bloomberg
BloombergMehr erfahren