Die Julius Bär-Aktien legen am Freitag deutlich zu. Die Privatbank hatte am Morgen angekündigt, innert Jahresfrist Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen Franken zurückzukaufen. Während einige Analysten ihre Erwartungen erfüllt sehen, hatten andere allerdings noch höhere Rückkäufe erwartet.

Die Julius Bär-Aktien notieren im frühen Handel nach einem eher verhaltenen Handelsauftakt um 3,1 Prozent im Plus auf 73,40 Franken. Der Gesamtmarkt notiert gleichzeitig moderat fester (SPI +0,15 Prozent).

Das Aktienrückkaufprogramm der Zürcher Privatbank war am Markt bereits fest erwartet worden, nachdem die Finanzmarktaufsicht Finma Anfang der Woche den Weg mit dem Abschluss ihrer Untersuchung zum Signa-Debakel freigemacht hatte. Am Dienstag waren die Titel der Zürcher Privatbank nach der Finma-Ankündigung noch auf ein neues Allzeithoch bei 78,22 Franken geklettert.

Die Analysten der Bank Vontobel zeigen sich von dem nun angekündigten Volumen der Rückkäufe positiv überrascht: Dieses liege leicht über seinen Schätzungen von Rückkäufen über 550 Millionen Franken für das Geschäftsjahr 2027, schreibt Analyst Andreas Venditti in einem Kommentar.

Anders sehen es allerdings die ZKB-Experten, die ein höheres Volumen prognostiziert hatten: Die ZKB-Schätzungen beinhalteten Rückkäufe von 100 Millionen Franken für 2026 respektive von 720 Millionen für 2026 und 2027, schreibt Analyst Ausano Cajrati Crivelli. Da das nun angekündigte Rückkaufprogramm im Oktober 2027 ausläuft, könnten aber in den zwei verbleibenden Monaten auf gleicher Basis noch einmal 100 Millionen zurückgekauft werden, bemerkt er.

Die UBS-Analysten verweisen derweil auf die am Morgen bekanntgegebene Überarbeitung der Kapitalausschüttungspolitik durch Julius Bär mit einer angestrebten Kernkapitalquote von 15 Prozent. Die starke positive Kursreaktion zum Wochenbeginn habe wohl noch die etwas tieferen Ziele unter den vorherigen Rahmenbedingungen impliziert, heisst es in dem Kommentar.

(AWP)