Julius Bär mit Kursprung nach Quartalszahlen

Julius Bär hat im ersten Semester des laufenden Jahres 2013 dank einer Erholung der Kundenaktivitäten und einer verbesserten Kosteneffizienz mehr verdient. Die Aktie kann deutlich zulegen.
22.07.2013 09:28
Julius Bär mit glänzenden Zahlen, Aktie steigt deutlich an.

Der adjustierte Konzerngewinn lag mit 261,4 Mio CHF um 26% über dem Wert des Vorjahres, wie das Zürcher Institut am Montag mitteilte. Der Netto-Neugeldzufluss im Sechs-Monatszeitraum betrug 3,4 Mrd CHF nach 5,5 Mrd im Vorjahreszeitraum. Zum Semesterende verwaltete Bär Vermögen in der Höhe von 217,7 Mrd CHF gegenüber 220 Mrd CHF per Ende April 2013. Aus der IWM-Integration sind dem Vermögensverwalter im ersten Semester bisher insgesamt Kundenvermögen in der Höhe von 24 Mrd CHF zugeflossen.

Der Betriebsertrag erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2013 um 25% auf 1,01 Mrd CHF. Der Geschäftsaufwand stieg um 24% auf 758,0 Mio CHF. Darin enthalten sind auch Kosten in Höhe von 16 Mio CHF im Zusammenhang mit der US-Steuersituation. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich auf 69,3%, nachdem sie im Gesamtjahr 2012 noch bei 71% gelegen hatte.

Aktie stürmen nach oben

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Vermögensverwalter die Konsenserwartungen bei den Gewinnzahlen übertroffen. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Konzerngewinn von 244 Mio CHF gerechnet. Der Betriebsertrag wurde bei 998,5 Mio CHF erwartet und der Geschäftsaufwand bei 711,5 Mio. Zudem hatten die Analysten den Neugeldzufluss im Schnitt bei 2,7 Mrd CHF und das Kundenvermögen bei 225 Mrd CHF prognostiziert.

An der Börse ernten die Zahlen stürmischen Applaus. Die Papiere von Julius Bär klettern gegen 5 Prozent auf knapp 42 Franken. Dies ist der höchste Stand seit Februar 2011.

In ersten Analystenkommentaren wird der vorliegende Ergebnisausweis als solide beurteilt. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren sei die Gewinnentwicklung am oberen Ende der Erwartungsbandbreite ausgefallen. Dies nicht zuletzt dank einer höher als befürchtet ausgefallenen Bruttomarge.

Dem Unternehmen seien im zweiten Quartal überraschend Fortschritte auf der Kostenseite gelungen. Auch der Nettoneugeldzufluss wisse zu überzeugen. Das einzige Haar in der Suppe seien die etwas tiefer als erwarteten verwalteten Vermögen, so heisst es weiter.

Gut kapitalisiert

Die Bruttomarge betrug im ersten Semester 102 Basispunkte und lag damit unter den 105 Basispunkten im Gesamtjahr 2012. Mit einer Tier 1 Ratio von 22,9% (Ende 2012: 29,3%) bleibt die Bär-Gruppe weiterhin gut kapitalisiert.

Die Integration des IWM-Geschäfts geht laut der Mitteilung rasch vor. Nach Ende Juni 2013 seien weitere verwaltete Vermögen von IWM in Höhe von 22 Mrd CHF an Bär übertragen worden, heisst es. Damit lägen die gesamthaft ausgewiesenen verwalteten IWM-Vermögen bei 47 Mrd CHF, wovon 19 Mrd CHF auf den Plattformen von Julius Bär verbucht und bezahlt wurden. Mit den Transfers im Juli hat sich laut den Angaben die Gesamtzahl der Mitarbeitenden von IWM bei Julius Bär auf 1'005 Vollzeitstellen erhöht.

Die Gruppe bekräftigt ihr Ziel, bis Januar 2015 zwischen 57 und 72 Mrd CHF der verwalteten Vermögen von IWM zu erwerben. Von diesem anvisierten Zielbereich sollen bis Ende 2013 80% in den Büchern ausgewiesen und 70% auf den Plattformen von Julius Bär gebucht und bezahlt sein. Gleichzeitig hebt Bär aber auch die Schätzung für die Transaktions-, Integrations- und Restrukturierungskosten auf rund 455 Mio CHF auf rund 400 Mio CHF an. An allen anderen IWM-bezogenen Zielen hält die Bank fest.

(AWP/cash)