Klarna, das Konsumentenkredite für Online-Käufe anbietet, gab am Dienstag einen Quartalsgewinn von neun Millionen Dollar bekannt, verglichen mit einem Verlust von 53 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und mittleren Analystenschätzungen von minus 17,4 Millionen Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf 91 Millionen Dollar von 29 Millionen im Vorjahr, der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 993,8 Millionen Dollar.
Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Mass der Geschäftstätigkeit stieg im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar, in den USA stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr von zuvor über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar und begründete dies mit «einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmässig grössten Markt».
Dennoch reagierte der Markt mit heftigen Abgaben. In der US-Vorbörse schickten Anlegerinnen und Anleger die Klarna-Titel zeitweise fast 20 Prozent auf Talfahrt.
Gesenkter Ausblick
Grund für den Kurseinbruch ist eine enttäuschende Prognose. Das Unternehmen führt den schwächeren Ausblick vor allem auf geringere Volumina in Deutschland sowie auf Währungseffekte zurück. Zudem berücksichtigt die neue Prognose eine veränderte Bilanzierung von Ratenkrediten («Fair Financing»).
Zusätzlich gab das Unternehmen zwei Abgänge im Top-Management bekannt. Finanzchef Niclas Neglén und Marketingchef David Sandström werden Klarna Anfang 2027 verlassen.
(Reuters/cash)

