Der Markt hatte diese Aufweichung der vom Bundesrat vorgeschlagenen Regulierung offensichtlich eingepreist. Die UBS-Aktie hat in diesem Jahr 20 Prozent zugelegt und befindet sich auf dem höchsten Stand seit dem Jahreswechsel 2007/2008.
In der Diskussion um die UBS-Kapitalregeln überwies die Kommission für Wirtschaft und Abgaben der kleinen Kammer (Ständerat) am Montagabend einen deutlich weicheren Gegenvorschlag zur Vorlage des Bundesrates. So soll die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften mit 50 Prozent hartem Kernkapital (CET1) und 50 Prozent sogenannten AT1-Anleihen unterlegen. Der Bundesrat mit Finanzministerin Karin Keller-Sutter fordert dagegen 100 Prozent hartes Kernkapital - das für die Bank wesentlich teurer ist als AT1-Anleihen.
Der Bundesrat will mit einem Massnahmenpaket verhindern, dass es nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 und deren anschliessender Übernahme durch die UBS zu einer erneuten Banken-Schieflage kommt. Der Vorschlag des Bundesrates würde dem Vermögensverwaltungsriesen zusätzliche Kernkapitalanforderungen von rund 20 Milliarden Dollar aufbürden. Die UBS bekämpfte den Vorstoss in den letzten Monaten vehement, weil sie so weniger Geld für Wachstum und Ausschüttungen an die Aktionäre zur Verfügung hätte.
«Wir sehen dies als Schritt zugunsten der UBS und als gewisse Reduktion des regulatorischen Risikos, aber noch nicht als endgültigen Erfolg», schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einer Notiz. Der Vorschlag müsse noch von Stände- und Nationalrat angenommen und könnte dabei wieder strenger ausgestaltet werden. Zudem könnte es zu einem Referendum kommen, so die ZKB weiter.
Aus Sicht der ZKB ist die tatsächliche Entlastung bei den CET1-Anforderungen daher noch nicht gesichert. «Wir sehen eine vollständige Unterlegung der ausländischen Töchter mit einem Mix aus CET1 und AT1 weiterhin nicht als kompletten Befreiungsschlag». Daher sei nicht zu erwarten, dass dies zu einem wesentlichen Bewertungs‑Upside der Aktie führe.
«Es ist kein Sieg für die UBS, das ist eine Lösung, die der Schweiz dient», erklärte Kommissionspräsident Erich Ettlin von der Partei «Die Mitte» nach dem Entscheid am Montag. Für Ständerätin Eva Herzog (SP) ist der Vorschlag dagegen ungenügend. «Eigentlich behalten wir den Ist-Zustand, auch wenn jetzt behauptet wird, das sei ein Aufbau.»
Der Gesetzentwurf kann nun bereits im September im Ständerat debattiert werden, bevor sich die grosse Kammer (Nationalrat) des Themas annimmt.
Mit Material von Reuters

