Konjunktur - Deutsche Maschinenbauer rechnen nach Absturz mit Miniwachstum 2021

Die von der Corona-Krise gebeutelten Maschinenbauer in Deutschland erwarten nach einem Produktionseinbruch in diesem Jahr eine leichte Erholung 2021.
08.09.2020 09:15
Kaltgewalzter Stahl von Thyssenkrupp. Er wird unter anderem für die Automobil-Aussenhaut eingesetzt.
Kaltgewalzter Stahl von Thyssenkrupp. Er wird unter anderem für die Automobil-Aussenhaut eingesetzt.
Bild: ZVG

"Für den Maschinen- und Anlagenbau werden die Bäume im nächsten Jahr nicht in den Himmel wachsen", sagte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers, am Dienstag. "Wir rechnen für 2021 mit einem Produktionswachstum von zwei Prozent." Im laufenden Jahr werde de Wert wohl um 17 Prozent schrumpfen. Die Auftragseingänge seien in den ersten sieben Monaten um 16 Prozent zurückgegangen, die Produktion um 14 Prozent. Die Kapazitätsauslastung sei in dem Zeitraum von 84,1 auf 76,1 Prozent gesunken. "Einen so niedrigen Wert erreichte unsere Industrie zuletzt im Jahr 2010."

Den exportorientierten Herstellern macht neben der Corona-Krise dem Verband zufolge auch der zunehmende Protektionismus im internationalen Handel zu schaffen. Hinzu komme ein industrieller Wandel, der sich insbesondere in der wichtigen Kundenbranche Automobilindustrie niederschlage. Die Maschinenbauer sind mit gut einer Million Beschäftigten ein Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Neben zahlreichen Mittelständlern gehören auch börsennotierte Unternehmen wie Thyssenkrupp, Siemens oder Gea dazu. 

(Reuters)