Kreditausfallswaps - Die Pleite von Thomas Cook beschert einem Hedge-Fonds Geldregen

Nicht jeder hat das Nachsehen beim Zusammenbruch des 178 Jahre alten Reisekonzerns Thomas Cook.
30.09.2019 06:55
Die Thomas Cook Group ist ein börsennotierter Tourismuskonzern mit Sitz in London.
Die Thomas Cook Group ist ein börsennotierter Tourismuskonzern mit Sitz in London.
Bild: ZVG

Spekulative Investoren wie Sona Asset Management und die XAIA Investment könnten mit der Insolvenz bis zu 250 Millionen US-Dollar verdienen. Sie investierten in Derivate, die bei einem Zahlungsausfall eines Unternehmens zur Auszahlung kommen. Das Schicksal dieser Wertpapiere stand im Mittelpunkt der Auseinandersetzung darüber, ob Thomas Cook überleben oder sterben soll.

Für Hedge-Fonds und Händler, die diese so genannten Kreditausfallswaps (CDS) gekauft haben, wäre Thomas Cook in diesem Jahr die jüngste von mehreren grossen Auszahlungen. Die Liste umfasst den britischen Modehändler New Look und Rallye SA, die Muttergesellschaft der französischen Supermarktkette Casino Guichard-Perrachon. Weitere werden wohl folgen, da sich die europäische Wirtschaft verlangsamt und eine wachsende Zahl von Unternehmen unter Druck gerät.

Die Entscheidung, Auszahlungen für Thomas Cook CDS auszulösen, liegt bei einem Händler-Gremium, dem so genannten Determinations Committee. Die Gruppe trifft sich am Montag, um zu debattieren, ob die Anmeldung von US-Gläubigerschutz nach Chapter 15 für eine Auslösung ausreicht. Jetzt wird das Gremium auch gebeten, eine Liquidierung von Thomas Cook zu bewerten.

CDS sind eine beliebte Methode für Hedge-Fonds, auf Unternehmen zu setzen, die mit ihren Bilanzen Schwierigkeiten haben. Bei Zahlungsausfall zahlen sie jedoch nicht immer aus.

(Bloomberg)

 

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