Kryptowährung - Auf sinkende Bitcoin-Kurse setzen

Wer von einem baldigen Bitcoin-Absturz überzeugt ist, kann nun darauf Geld wetten: Seit Freitag gibt es an der Schweizer Börse entsprechende Derivate.
17.11.2017 12:51
Von Pascal Züger
Bitcoins - die digitale Währung als Münzen.
Bitcoins - die digitale Währung als Münzen.
Bild: Pixabay

Gleich drei Finanzprodukte, mit denen Anleger auf fallende Bitcoin-Kurse setzen können, wurden heute an der SIX kotiert. So hat der Derivateanbieter Leonteq ein entsprechendes Tracker Zertifikat auf Bitcoin lanciert, welches am 12. Januar 2018 verfällt.

Anleger partizipieren bei diesem Produkt mit einem Ausübungsverhältnis von 0,1 an einem fallenden Bitcoin-Preis. Das heisst: Sinkt der Bitcoin-Kurs um 100 Dollar, dann steigt das Zertifikat entsprechend um 10 Dollar an. Der Anleger verdient also nicht 1 zu 1 an fallenden Kursen mit. Entsprechend ist auch das Verlustrisiko geringer, sollte Bitcoin bis zum Verfalldatum des Produkts ansteigen.

Wer es etwas riskanter mag: Seit heute Freitag sind auch zwei sogenannte Short Mini Futures der Bank Vontobel im Handel. Ein Derivat ist gemäss Vontobel-Mitteilung so ausgestaltet, dass es bei einem zehnprozentigen Kursverlust von Bitcoin knapp sechs Prozent zulegen wird (hier zum Produkt). Das zweite, noch etwas risikoreichere Produkt würde bei einem zehnprozentigen Kursverlust von Bitcoin gleich zehn Prozent an Wert gewinnen (hier zum Produkt). Das  entscheidende Schlussdatum dieser zwei Produkte ist am 16. Juli 2018. 

Bei allen drei Produkten können Anleger jedoch, wie bei regulären börsengehandelten Instrumenten, frühzeitig aussteigen.

Bitcoin-Rally hält weiter an

Profitabel sind diese Produkte nur, wenn die Bitcoin-Kurse fallen, was sie derzeit allerdings nicht tun. Im Gegenteil: Heute Morgen kratzte Bitcoin erstmals an der 8000-Dollar-Marke. Der schon seit Monaten andauerende steile Anstieg der Kryptowährung dauert damit weiter an. In nur einem Jahr ist Bitcoin um 940 Prozent teuer geworden, in diesem Monat sind es Plus 45 Prozent.

Bitcoin-Kursentwicklung in den letzten 12 Monaten, Quelle: coindesk.com

Bitcoin ist das grösste und bekannteste Cybergeld. Für diese Währungen steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Ihr Kurs wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Geschaffen wird das Geld von Nutzern, deren Computer dafür komplexe Algorithmen berechnen.

Da Beträge schnell und anonym transferiert werden können, ist das Geld auch für Nutzer interessant, die illegale Geschäfte betreiben oder Kapitalkontrollen umgehen wollen. Gleichwohl beschäftigt sich inzwischen nahezu jede grössere Bank weltweit mit dem Computergeld und der dahinter stehenden Technologie Blockchain. 

Im Sommer 2016 lancierte die Bank Vontobel bereits ein erstes Derivat, in welchem Anleger von steigenden Bitcoin-Kursen profitieren können. Es habe bereits eine hohe Nachfrage nach dem Long-Tracker-Zertifikat gegeben, mit dem auf das Aufwärtspotenzial von Bitcoins gesetzt werden kann, sagte Eric Blattmann, Leiter Public Distribution of Financial Products bei Vontobel, zu Bloomberg. Nun gebe es auch die Möglichkeit für Investoren, ihre Position abzusichern und short zu gehen, fügte Blattmann an.

(Mit Material von Reuters)