Kryptowährung - Bitcoin - Die Währung aus dem Internet

Die seit 2009 existierende Währung Bitcoin stand in den vergangenen Jahren oft im Rampenlicht. Was steckt hinter der Computerwährung?
26.08.2017 19:26
Bitcoin ist eine digitale Geld­einheit eines weltweit verwendbaren dezentralen Zahlungssystems.
Bitcoin ist eine digitale Geld­einheit eines weltweit verwendbaren dezentralen Zahlungssystems.
Bild: Bloomberg

Allerdings war Bitcoin vor allem wegen Betrugsvorwürfen, Börsenpleiten und des Verdachts auf Geldwäsche und Terrorfinanzierung im Fokus. Seit einigen Monaten erfreut sich das Cybergeld aber zunehmender Beliebtheit. Der Preis für ein Bitcoin hat sich seit Jahresbeginn verfünffacht und erreichte zuletzt rund 4500 Dollar. Was steckt hinter der Computerwährung?

Wer hat Bitcoin erfunden?

Bitcoin wurden vor knapp zehn Jahren von einer Person oder Personengruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entwickelt. Der Australier Craig Wright gab sich 2016 als der Erfinder aus, allerdings wurde dies bislang nie zweifelsfrei bestätigt.

Wie entstehen Bitcoin?

Neue Bitcoin werden durch sogenanntes Mining erzeugt. Dabei berechnen Computer komplexe mathematische Algorhithmen und verdienen dadurch Bitcoin. Anfangs reichte ein handelsüblicher PC hierfür aus, mittlerweile ist der Prozess so komplex, dass nur noch spezielle Hochleistungsrechner dazu in der Lage sind. Der Grossteil der Bitcoins wird in China produziert, unter anderem weil das "Schürfen" der digitalen Münzen viel Strom frisst und dieser dort günstig zu haben ist.

Am 1. August wurde Bitcoin in zwei Währungen aufgespalten: Bitcoin und Bitcoin Cash. Parallel dazu wurden von den sogenannten Minern technische Neuerungen geschaffen, wodurch sich die Geschwindigkeit zum Herstellen von Bitcoin erhöht. Diese war zuletzt wegen des hohen technischen Aufwands stark gefallen.

Wer kontrolliert Bitcoin?

Bitcoin werden weder von Regierungen oder Aufsichtsbehörden noch von Zentralbanken reguliert. Sie werden von den Nutzern kontrolliert und von ihnen geschaffen. Den Wechselkurs bestimmen allein Angebot und Nachfrage.

Für Schlagzeilen sorgte vor ein paar Jahren die japanische Bitcoin-Börse Mt.Gox. Weil ihr bei einem Hackerangriff Bitcoins im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar gestohlen wurden, schlitterte sie 2014 in die Pleite.

Welche digitalen Währungen gibt es noch?

Der Website www.coinmarketcap.com zufolge gibt es derzeit 850 Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 143 Milliarden Dollar. Davon entfallen allein auf Bitcoin rund 70 Milliarden Dollar, sie ist also mit Abstand die bedeutendste. Auf Platz zwei steht Ethereum, danach folgt Bitcoin Cash mit einem Börsenwert von knapp zehn Milliarden Dollar. Bitcoin wird von vielen Anbietern auch als Einstieg in andere Cyberwährungen benutzt. Das bedeutet, wer etwa Ethereum oder Ripple kaufen will, muss zuerst Bitcoin erwerben und diese in die gewünschte Währung tauschen.

Wo werden Bitcoin gehandelt?

Bitcoin werden an speziellen Online-Börsen wie BitStamp, BitPoint oder ItBit gehandelt. Die Kurse auf den verschiedenen Handelsplattformen weichen teilweise stark voneinander ab. Auch gibt es keinen allgemein gültigen Referenzkurs. Die Kryptowährung ist vor allem in China populär. Den dortigen Börsen zufolge laufen mehr als 90 Prozent des Handels über ihre Plattformen.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

An der Börse BitStamp setzte der Bitcoin-Hype Anfang 2013 ein. Damals stieg der Kurs binnen zwölf Monaten von etwa 20 auf zeitweise mehr als 1200 Dollar. Bis Mitte 2015 ging er dann auf etwa 200 Dollar zurück. Seither geht es fast ununterbrochen aufwärts. Fachleute warnen aber vor starken Schwankungen, in der Vergangenheit war ein Auf und Ab im zweistelligen Prozentbereich an nur einem Tag Normalität.

Ist Bitcoin legal?

Ja. Jeder darf Bitcoin kaufen und damit bezahlen. Sie sind im grössten Teil der Welt aber kein gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet, dass es Firmen und Organisationen freigestellt ist, ob sie die Währung akzeptieren. Japan hat die Cyberwährung als erstes Land im Frühjahr als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt.

(Reuters)