Kühne+Nagel steigert Profitabilität

Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel wurde im vergangenen Geschäftsjahr vom Gegenwind der Wechselkurse ausgebremst. Das Geschäft war insgesamt aber profitabler.
02.03.2016 07:58
Transporter von Kühne + Nagel in der Londoner Innenstadt.
Transporter von Kühne + Nagel in der Londoner Innenstadt.
Bild: cash

Zudem kommt es zu einer personellen Veränderung an der Spitze des Verwaltungsrates.

Der Nettoumsatz schrumpfte wenig überraschend um 4,4% auf 16,73 Mrd CHF. Bereits in den ersten drei Quartalen wurden die jeweiligen Vorjahreswerte verfehlt. Die Konzernleitung wollte sich dem Preiskampf in der Branche nicht aussetzen und hatte angekündigt, sich auf profitables Geschäft konzentrieren. Fremdwährungseffekte hätten sich mit 8,0% negativ ausgewirkt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Mehr Aussagekraft hat allerdings der um die volatilen Frachtraten bereinigte Bruttogewinn. Dieser sank um 0,6% auf 6,25 Mrd CHF und damit weniger stark als der Umsatz. Hier schlugen die Wechselkurse gar mit einem negativem Effekt von 8,6% ein. In der Region Americas wurde ein Wachstum um 14,0% verzeichnet und in der Region Asien-Pazifik um 11%. In der Region EMEA dagegen habe die Frankenstärke zu einem Rückgang um 5,1% geführt.

Der Gewinn auf Stufe EBIT erhöhte sich um 3,8% auf 850 Mio CHF und die entsprechende Marge auf 5,1% von 4,7% im Jahr zuvor. Zusammen mit den Neun-Monats-Zahlen hatte die Konzernleitung im Oktober eine Marge von mindestens 5% für 2015 in Aussicht gestellt. Damals wurden 5,2% ausgewiesen. Der den Aktionären anrechenbare Reingewinn stieg um 6,8% auf 676 Mio.

"Treiber dieser positiven Entwicklung war zum einen die konsequente Fortführung unserer Effizienzprogramme; zum anderen waren wir bei der Umsetzung strategischer Initiativen erfolgreich", so Konzernchef Detlef Trefzger.

Die Erwartungen der Analysten wurden erfüllt. Im Durchschnitt (AWP-Konsens) hatten diese einen Nettoumsatz von 16,74 Mrd CHF, einen Bruttogewinn von 6,25 Mrd, einen EBIT von 859 Mio sowie einen Reingewinn nach Abzug der Minderheiten von 678 Mio veranschlagt.

Tiefere Dividende

Der Generalversammlung schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer tieferen Dividende von total 5,00 CHF je Aktie vor, im Vorjahr waren inklusive Jubiläumsdividende insgesamt 7,00 CHF zur Auszahlung gekommen.

Für das Geschäftsjahr 2016 geht die Konzernleitung von einem weiterhin "herausfordernden" Marktumfeld aus. "Unser robustes Geschäftsmodell, die Führungsstärke und vor allem das Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit stimmen den Verwaltungsrat zuversichtlich, dass sich die positive Unternehmensentwicklung fortsetzen wird", so VR-Präsident Karl Gernandt.

(AWP)