Die Valoren von Logitech gingen am Donnerstag mit einem Abschlag von 6,11 Prozent bei 82,62 Franken aus dem Handel. Damit wurde die gute Performance von 7,4 Prozent seit Jahresbeginn zunichte gemacht. Das Plus beträgt noch 3,2 Prozent.  

Ein kleiner Teil des Kursverlustes kann mit dem Dividendenabgang erklärt werden, der in den letzten zwei Tagen rund 1,36 Franken gekostet hatte. Wesentlich schwerer wogen hingegen die höheren Zinsen vor allem in Übersee, welche den Techsektor global belasten, sowie der Umstand, dass der Ausbruch der Aktie nach oben in den vergangenen drei Wochen kraftlos wirkte. Es fehlte schlichtweg das nötige Handelsvolumen, um den Titel höher zu treiben. 

Am Potenzial fehlt es den Logitech-Valoren nicht. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 94 Franken, was einem Aufwärtspotenzial von 23 Prozent entspricht. Vier Analysten stufen den Titel mit «Kaufen», fünf mit «Halten» und einer mit «Verkaufen» ein. Das erwartete jährliche Gewinnwachstum von 10,9 Prozent kann sich sehen lassen.

Ferner ist die durchschnittliche Gewinnmarge (Ebit) von 14,7 Prozent höher als der Branchendurchschnitt von 12,0 Prozent und das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit 17x unter dem langjährigen Durchschnitt von 18x. 

Die letzte Änderung einer Analystenschätzung datiert vom 12. August. Die Bank Julius Bär hatte damals das Kursziel für Logitech International auf 90 von 85 Franken angehoben und beliess die Einstufung auf «Hold».

Der Hersteller von Computerzubehör übertraf im ersten Quartal die Erwartungen, meinte der Experte von Julius Bär. Er gehe davon aus, dass sich diese positive Nachfragedynamik im weiteren Jahresverlauf fortsetzen werde, da sich die Endmärkte für Konsumenten und Unternehmen laut den Analysten robust präsentierten.

Dennoch trübt ein Vorfall in einem Zuliefererwerk den Ausblick. Dieser Engpass wird den Umsatz voraussichtlich im zweiten Quartal um 20 Millionen Dollar und im dritten Quartal signifikant um 200 Millionen US-Dollar belasten. 

Logitech zeigte sich jedoch zuversichtlich, das Problem in der Lieferkette bis zum letzten Quartal beheben zu können. Positiv hervorgehoben wurden von den Experten von Julius Bär zudem die hohe Akzeptanz neuer Produkte sowie die als nicht teuer erachtete Bewertung der Aktie.

Es bleibt nun abzuwarten, ob sich in den nächsten Tagen weitere Herausforderungen in den Lieferketten von Logitech manifestieren oder eine grosse Investmentbank die Titel zum Verkauf ausgeschrieben hatte. Dies, weil der Titel überdurchschnittlich an Terrain verloren hatte am Donnerstag. 

Logitech glänzt mit Quartalszahlen

Der Computerzubehörhersteller hatte einen starken Jahresstart hingelegt, wie das Unternehmen Ende Juli mitteilte. Es habe ein starkes Wachstum in allen Kernkategorien gegeben. Zudem gaben Zollrückzahlungen dem Ergebnis kräftig Schub. Gleichzeitig wird das starke Ergebnis von einer Werksschliessung bei einem Zulieferer überschattet.

Innovationen und verstärktes Marken-Marketing hätten zu starkem Wachstum in den Kernkategorien geführt - beispielsweise habe es ein zweistelliges Wachstum im Bereich Pointing Devices gegeben, hiess es dazu von Konzernchefin Hanneke Faber gemäss der Nachrichtenagentur AWP. Aber auch die grösste Sparte Gaming legte in Dollar um kräftige 12 Prozent zu.

Im ersten Quartal 2026/27 stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar. Zu konstanten Währungen ergab sich noch ein Plus von 5 Prozent. Die um Kosten für Übernahmen und Restrukturierungen bereinigte Bruttogewinnmarge lag mit 49,8 Prozent um klare 770 Basispunkte über dem Vorjahr. Und auch das passende operative Ergebnis kletterte um satte 44 Prozent auf 290,4 Millionen Dollar.

Derweil gab es bei einem der Halbleiterzulieferer einen Vorfall, der zur zeitweiligen Schliessung des betroffenen Werkes führte. «Es war ein ernster Vorfall, sodass die Fabrik bis heute geschlossen ist und es gibt auch noch kein Datum für eine Wiedereröffnung», sagte CEO Faber. Im Finanzausblick für das zweite Quartal sei daher ein Gegenwind von rund 20 Millionen Dollar berücksichtigt.

Für das dritte Quartal könne es gar bis zu 200 Millionen an Nettoumsatz kosten. «Es ist ein temporäres Problem und wir sind sicher, dass es bis in das vierte Quartal hinein gelöst sein wird», so die Firmenchefin.

Zudem habe Logitech weitere Halbleiterzulieferer für kritische Komponenten. «Allerdings ist die Angebotslage derzeit generell etwas angespannt und eine Herausforderung, unsere Nachfrage zu decken», so Faber weiter. Der Lagerbestand helfe aber, um die Auswirkungen abzufedern, ergänzte Logitech-CFO Matteo Anversa anlässlich der Präsentation der Zahlen zum ersten Quartal.

Thomas Daniel Marti
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