Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) von Lanxess stieg von April bis Juni im Jahresvergleich um 1,3 Prozent auf 152 Millionen Euro, wie das Kölner Unternehmen am Freitag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Ergebnis von 150,6 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz kletterte um 6,5 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Unter dem Strich fuhr Lanxess allerdings einen Verlust von 53 Millionen Euro ein, knapp 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Lanxess seine Prognose und rechnet weiter mit einem operativen Gewinn zwischen 450 und 550 Millionen Euro. Vorstandschef Matthias Zachert dämpfte die Hoffnungen auf eine schnelle konjunkturelle Erholung. Zwar habe Lanxess im abgelaufenen Vierteljahr auch Rückenwind durch temporäre Effekte infolge des Kriegs im Nahen Osten erhalten und erstmals seit einem Jahr Mengen und Preise wieder zeitgleich steigern können. «Allerdings ist kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in Sicht und die Marktbedingungen bleiben weiter anspruchsvoll.»
Bis Jahresende seien voraussichtlich keine weiteren konjunkturellen Impulse zu erwarten. Stattdessen setze das Unternehmen auf seine Kostensenkungsprogramme, die im zweiten Halbjahr höhere Beiträge liefern sollen als noch in den ersten sechs Monaten. Mit dem Sparkurs reagiert Lanxess auf eine tiefe Branchenkrise, die dem Unternehmen im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch und die niedrigste Anlagenauslastung seit 30 Jahren eingebrockt hatte. Um die Kosten zu drücken, kündigte der Konzern im März den Abbau von weltweit 550 Stellen an - rund zwei Drittel davon in Deutschland. Bis Ende 2028 sollen so jährlich etwa 100 Millionen Euro eingespart werden.
(Reuters)

