Lega-Finanzexperte - «Italien würde Probleme mit eigener Währung lösen»

Mitten im Streit über die italienischen Schuldenpläne werden in der Regierungspartei Lega wieder Gedankenspiele über einen Ausstieg aus dem Euro laut.
02.10.2018 09:19
Euromünzen auf einem Haufen. Ursache aller Probleme in Italien?
Euromünzen auf einem Haufen. Ursache aller Probleme in Italien?
Bild: Pixabay

"Ich bin ehrlich überzeugt davon, dass Italien die meisten seiner Probleme lösen würde, wenn es eine eigene Währung hätte", sagte Claudio Borghi, Wirtschaftsexperte der rechten Lega, am Dienstag in einem Radiointerview. Der Wirtschaftswissenschaftler Borghi gilt als Euroskeptiker und sitzt dem Haushaltsausschuss des Unterhauses vor.

Am Finanzmarkt gaben die Kurse der italienischen Staatsanleihen nach seinen Äusserungen nach. Die Rendite der fünfjährigen Papiere lag mit 2,62 Prozent so hoch wie seit vier Monaten nicht mehr, die zehnjährigen Titel rentierten mit 3,38 Prozent ebenfalls spürbar höher.

Beim Eurogruppen-Treffen in Luxemburg waren die Haushaltspläne der neuen Regierung in Rom am Montag auf Ablehnung gestossen. Die Budgetziele hätten Fragen und Sorgen ausgelöst, sagte Eurogruppen-Chef Mario Centeno. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mahnte: "Wir müssen mit Italien strikt und fair umgehen, um eine weitere Krise zu vermeiden."

Di Maio: Merkel will Italiens Regierung stürzen

Derweil wirft Italiens Vize-Regierungschef Luigi Di Maio der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor, den Sturz seiner Regierung zu wünschen. Daran bestehe kein Zweifel, sagte Di Maio am Dienstag. Zugleich erklärte er, die Regierung aus seiner populistischen 5-Sterne-Bewegung und der rechten Lega halte an ihrem Defizitziel von 2,4 Prozent für das kommende Jahr fest. Die Regierung in Rom werde das Haushaltsprogramm für die Zeit von 2019 bis 2021 an diesem Dienstag fertigstellen.

(Reuters)