Logistikunternehmen - Panalpina-CEO würde für Übernahme über eine Milliarde ausgeben

Panalpina-CEO Stefan Karlen steht durch die Fortschritte bei der Migration auf ein neues IT-Abwicklungssystem Zukäufen im grösseren Stil offener gegenüber.
01.11.2017 16:30
Das Seefrachtgeschäft ist das Sorgenkind von Panalpina.
Das Seefrachtgeschäft ist das Sorgenkind von Panalpina.
Bild: Bloomberg

"Wir haben heute mehr Vertrauen, dass wir grössere Übernahmen integrieren könnten", sagte Karlen in einem Interview mit AWP. Dafür würde er viel Geld auf den Tisch legen: "Wir könnten eine Transaktion von weit über einer Milliarde Franken tätigen."

Es sei zwar noch nichts spruchreif, es beschäftige ihn jedoch "sehr". Einen Zusammenschluss mit einem anderem Konzern schliesst er nicht aus. Er versichert aber zugleich, dass - egal was passieren könnte - Panalpina definitiv im Lead sein werde und die Ernst-Göhner-Stiftung immer Ankeraktionär in dem Rahmen sein werde, wie sie es heute ist (aktueller Anteil knapp 46%).

Das Seefrachtgeschäft ist das Sorgenkind der Basler. Von den letzten vier Quartalen wurde nur in einem eine schwarze Null erreicht. Laut Karlen ist Panalpina aber dennoch "definitiv" der richtige Eigentümer. "Die Kunden stellen nun mal diese Anforderung an uns." Mit einem Verkauf würde man sich auch einem riesigen Markt verschliessen, denn etwa 90% aller Güter werden über See transportiert. "Und wir wissen ja auch, wo das primäre Problem liegt - bei der IT. Und hier gibt es Licht am Ende des Tunnels."

Ab Ende 2018 profitabler

Er geht davon aus, dass es ab Ende 2018 durch die IT-Fortschritte "einen deutlichen Schub" bei der Profitabilität geben wird. "Das System haben wir kürzlich auf dem ersten grossen Markt Deutschland eingeführt. Nach dem Erntedankfest werden wir damit in den USA starten, und im kommenden Jahr steht China auf dem Programm. Dann werden wir etwa zwei Drittel unserer Sendungen über dieses Programm laufen lassen."

Künftig werde Panalpina "deutlich" mehr Volumen stemmen können. "Heute müssen unsere Mitarbeitenden Eingaben in verschiedenen Systemen machen, künftig nur noch auf einem. Das steigert die Effizienz und deshalb können wir dann bei gleicher Mitarbeiterzahl - sprich Kostenbasis - mehr abwickeln."

(AWP)