Luxusgüter - Aktien von Swatch und Richemont erholen sich weiter

Die Aktien der Uhren- und Schmuckkonzerne Swatch und Richemont erholen sich am Freitag weiter von den im Zuge der Corona-Krise erlittenen Kurseinbussen.
05.06.2020 12:57
Die Luxusschmuckmarke Harry Winston - hier vertreten in Miami Beach - gehört zur Swatch Group.
Die Luxusschmuckmarke Harry Winston - hier vertreten in Miami Beach - gehört zur Swatch Group.
Bild: imago images / ZUMA Wire

Die Aufhebung der entsprechenden Massnahmen in vielen Ländern nährt unter Anlegern die Hoffnung auf eine möglichst rasche Rückkehr zu Normalität.

An der Börse rücken die Inhabertitel von Swatch am Freitag gegen 12.30 Uhr um 1,4 Prozent vor auf 205 Franken und die Papiere des Genfer Luxusgüterkonzerns Richemont legen gar um 4,4 Prozent auf 63,64 Franken zu. Der Gesamtmarkt gewinnt gemessen am SMI 0,1 Prozent.

Technische Bewegung

Die beiden wichtigen Luxusgütertitel knüpfen damit an die Kurserholung der letzten Wochen an: Seit Anfang Mai, als sich die Corona-Lockerungen abzuzeichnen begannen, kletterten Swatch um rund 15 Prozent und Richemont um 25 Prozent in die Höhe. Der Gesamtmarkt SMI gewann im selben Zeitraum 6,5 Prozent dazu.

Händler sprechen mit Blick auf die jüngsten Avancen der Luxusgüterpapiere von einer technischen Bewegung. Die Blicke der Anleger richteten sich derzeit auf jene Titel, welche sich insgesamt noch nicht allzu stark erholt hätten. Sowohl Swatch als auch Richemont fehlt bis zu den im Januar erzielten Jahreshochs noch ein Viertel.

Die Corona-Krise trifft die Luxusgüterbranche hart und liess die Kurse der Swatch- und Richemont-Aktien einbrechen. Zunächst belastete der Ausbruch des Virus im wichtigsten Absatzmarkt China, danach folgte die weltweite Ausbreitung der Lungenkrankheit verbunden mit Geschäftsschliessungen und Reisebeschränkungen.

Das brachte das Geschäft mit teuren Zeitmessern und Schmuck quasi zum Stillstand. Im April schrumpften die Exporte von Schweizer Uhren um 81 Prozent auf noch 329 Millionen Franken. In den ersten vier Monaten ergab sich ein Rückgang von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr.

Dramatischer Rückgang bei Exporten

Die Experten der "Helvetischen Bank" gehen davon aus, dass sich die Uhrenexporte im Mai ähnlich schlecht präsentieren dürften wie im April. Auch wenn sich der Stillstand in der Produktion, Distribution und im Verkauf allmählich zu lösen beginne. Wie gross die Aufbruchsstimmung sein wird, dürften die nächsten Monate zeigen, wenn Europa und danach die USA aus den Lockdowns zurückkommen.

Bereits im vergangenen Jahr lief das Geschäft der Uhrenhersteller nicht rund. Vor allem im Sommer und Herbst führten die politischen Unruhen in Hongkong dazu, dass weniger chinesische Einkaufstouristen in das Shopping-Mekka reisten, das für die vielen Luxusshops bekannt ist. Die anhaltenden Spannungen mit China dürften das Geschäft in Hongkong weiter belasten.

Entscheidend wird laut Aussagen von Richemont-Chef und -Hauptaktionär Johann Rupert auch sein, wann die globalen Touristenströme wieder auf ein Vorkrisenniveau zusteuern. Insbesondere asiatische Touristen versüssen gerne ihre Reisen mit luxuriösen Souvenirs.

(AWP)