Luxusgüter - Richemont wächst kräftig - Aktie gesucht

Dank eines gut laufenden Schmuckgeschäfts steigert der Luxusgüterkonzern Richemont den Umsatz in den ersten fünf Monaten prozentual zweistellig. Die Aktie stösst auf Interesse.
10.09.2018 11:35
Von Lorenz Burkhalter
Eine Vacheron Constantin-Uhr aus dem Richemont-Konzern.
Eine Vacheron Constantin-Uhr aus dem Richemont-Konzern.
Bild: Bloomberg

Kursverluste bei den europäischen Luxusgüterherstellern setzten in den letzten Wochen auch der Aktie von Richemont zu. Alleine seit Mitte Mai beläuft sich das Minus auf über 15 Prozent.

Doch nun könnte sie sich von jenen anderer Rivalen abkoppeln. Denn wie im Vorfeld der Generalversammlung einer Medienmitteilung zu entnehmen ist, liegt das Umsatzwachstum in Lokalwährungen in den ersten fünf Monaten mit 10 Prozent am oberen Ende der Erwartungsbandbreite.

Unter Berücksichtigung von Yoox-Net-à-Porter (YNAP) beträgt das Wachstum in Lokalwährungen gar 25 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Zuwachs von 20 Prozent gerechnet.

Solche Wachstumszahlen sind Musik in den Ohren der Anleger. An der Schweizer Börse SIX wird die Richemont-Aktie denn auch mit einem Kursplus von 1,4 Prozent auf 83,26 Franken belohnt. Die Tageshöchstkurse liegen gar bei 83,76 Franken. Im Windschatten davon gewinnt de Inhaberaktie der Swatch Group 1,1 Prozent auf 389,50 Franken.

Wachsende Bedeutung des Onlinegeschäfts

Wie die Luxusgüteranalystin der UBS schreibt, erfüllt der Zwischenbericht ihre Erwartungen an das organische Umsatzwachstum. Die Markterwartungen sieht auch sie übertroffen. Die Analystin führt das prozentual zweistellige Wachstum auf ein starkes Abschneiden im Detailhandelsgeschäft ab. Dieses wuchs um satte 15 Prozent. Das Anlageurteil bei UBS lautet dennoch nur "Neutral". Das 12-Monats-Kursziel wird mit 90 Franken angegeben.

Auch der für Vontobel tätige Berufskollege begrüsst das weiterhin starke Umsatzwachstum. Das Onlinegeschäft sei zweistellig gewachsen und sei nun für 13 Prozent des Gruppenumsatzes verantwortlich, so schreibt er. Der Vontobel-Analyst sieht sich vom Zwischenbericht in seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 106 Franken bestärkt.

Für den Luxusgüteranalysten von Baader-Helvea kommt die Veröffentlichung des Fünfmonatsumsatzes als absolute Zahl überraschend und als eigentlicher Lichtblick. Dies sei ein wichtiger Schritt in Richtung einer besseren Transparenz, so lässt er seine Anlagekundschaft wissen. Die Richemont-Aktie wird wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 103 Franken eingestuft.

Bei der Credit Suisse weist man darauf hin, dass vor allem die Absatzentwicklung im August von grossem Interesse wäre. Richemont weist solche allerdings nicht gesondert aus. Das Anlageurteil für die Aktie lautet "Neutral", das Kursziel 86 Franken.

Gut laufendes Schmuckgeschäft, Luxusuhren bremsen

Schon seit Jahren trägt bei Richemont insbesondere das Schmuckgeschäft zum Gruppenwachstum bei. Prozentual zweistellige Wachstumsraten gehören dabei zum courant normal.

Deshalb überrascht nicht, dass dieser Geschäftsbereich zwischen April und August in Lokalwährungen um stolze 14 Prozent wuchs. Analysten waren von einem Wachstum zwischen 8 und 12 Prozent ausgegangen.

Einmal mehr als bremsend erwies sich das Geschäft mit Luxusuhren, wobei grössere Überraschungen ausblieben. Ähnliches gilt für die Absatzsituation in den übrigen Produktkategorien.

Nun heisst es: Warten auf die Halbjahresergebnisveröffentlichung. Denn Richemont legt anlässlich des Zwischenberichts ausschliesslich Umsatzzahlen. Für Aussagen zur Gewinnentwicklung müssen sich die Aktionäre noch bis zum 9. November in Geduld üben.