Managersaläre - Khan-Affäre kostet Ex-CS-CEO Thiam einen Teil des Bonus - Rohner geht 2021

Die Credit Suisse hat ihren Geschäftsbericht vorgestellt, der auch den Vergütungsbericht enthält. Die Bank teilt auch mit, dass Verwaltungsratspräsident Urs Rohner nächstes Jahr zurücktreten wird.
25.03.2020 07:21
Credit-Suisse-Schriftzug am Durchgang zum Lichthof in der Zürcher Innenstadt.
Credit-Suisse-Schriftzug am Durchgang zum Lichthof in der Zürcher Innenstadt.
Bild: cash

Der Anfang Jahr zurückgetretene CEO der Credit Suisse, Tidjane Thiam, erhält für 2019 eine Vergütung von 10,72 Millionen Franken, wie die Bank mitteilt. Im Vorjahr waren es 12,65 Millionen gewesen. In diesem Jahr seien es damit 15 Prozent weniger, schrieb die Grossbank im am Mittwoch veröffentlichten Vergütungsbericht. Von den 10,7 Millionen macht die fixe Vergütung 3,5 Millionen aus. 7,2 Millionen sind variable Bestandteilte.

Der Beschattungsskandal um Ex-CS-Topbanker Iqbal Khan kostet Thiam einen Teil des Bonus, Khan ist heute Vermögensverwaltungschef der Konkurrentin UBS. Der Rückgang sei unter anderem auf eine tiefere "nicht-finanzielle" Bewertung - wie die Grossbank es nennt - zurückzuführen, hiess es. Diese sei wegen der "Observierungsereignisse" auf 50 Prozent reduziert worden im Vergleich zu 2018. Nichtsdestotrotz: Thiam sei für die Lohnberechnung als ein "guter Abgänger" (good leaver) behandelt worden, nachdem er die Gruppe erfolgreich restrukturiert und es keinen Beweis gegeben habe, dass er an der Beschattung direkt beteiligt war.

Mit seinem Lohn liegt Thiam hinter seinem Konkurrenten bei der UBS zurück: Sergio Ermotti als CEO der grössten Schweizer Bank erhielt für das vergangene Jahr 12,5 Millionen Franken, wie bereits seit etwa einem Monat bekannt ist.

Suche nach Rohner-Nachfolger läuft

Verwaltungsratspräsident Urs Rohner will auf die Generalversammlung 2021 zurücktreten. Die Suche nach einem Nachfolge laufe, heisst es. Rohner erhält für 2019 eine Gesamtvergütung von 4,72 Millionen Franken. 

Rohner erhält für die Zeit von der Generalversammlung 2019 bis zur GV 2020 eine Totalkompensation von 4,7 Millionen Franken und damit gleich viel wie im Vorjahr. Der gesamte Verwaltungsrat erhielt 11,3 Millionen nach 11,7 Millionen im Vorjahr.

Summe für Geschäftsleitung kleiner

Obwohl der Gewinn der Grossbank im vergangenen Jahr kräftig anzog, ging der Bonus-Pool der gesamten Firma um ein Prozent auf 3,17 Milliarden Franken zurück. Credit Suisse habe sich dazu verpflichtet, einen grösseren Anteil des Gewinns an die Eigner auszuschütten.

Die Gesamtentschädigung der CS-Geschäftsleitung, zu der Ende Jahr zwölf Mitglieder gehörten, belief sich auf 77,4 Millionen nach 93,5 Millionen im Vorjahr. Bei der UBS verdiente das Top-Management 2019 insgesamt 102,1 Millionen.

Seit Mitte Februar ist der frühere Schweiz-Chef Thomas Gottstein Gruppenchef der CS.

(cash/AWP/Reuters)