Martullo: «Wir wurden noch effizienter»

Im cash-Video-Interview erklärt Ems-Chemie-Chefin Magdalena Martullo-Blocher, wie das Unternehmen in einem schwierigen Umfeld den Gewinn steigern konnte - und auch im 2016 noch einen Zacken zulegen will.
05.02.2016 15:02
Von Daniel Hügli
SVP-Nationalrätin und CEO der Ems-Chemie: Magdalena Martullo-Blocher.
Bild: cash

Ems-Chemie unter der Leitung von Magdalena Martullo-Blocher ist immer wieder für eine Überraschung gut. Und in letzter Zeit waren diese meist positiv. Schon im letzten Juli überrumpelte Martullo-Blocher den Markt mit der Aussage, Ems werde das Betriebsergebnis bis Ende Jahr steigern. In der Folge legte der Aktienkurs des Spezialisten für Hochleistungskunststoffe allein im Juli 20 Prozent zu.

Und nun das: Der Reingewinn 2015 stieg um rund 10 Prozent, ebenso die Betriebsergebnisse auf Stufe Ebit und Ebitda, wie Ems am Freitag bekanntgab.  Das Resultat übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Es kam zustande trotz eines schwierigen Umfelds geprägt von der Frankenstärke. Die Produktion des Ems-Umsatzes fällt zu 50 Prozent in der Schweiz an, der Verkauf der Produkte erfolgt aber fast ausschliesslich übers Ausland.

"Wir haben ein gutes Jahr hingelegt, dazu kommt nun ein Rekordausblick beim Umsatz und Betriebsergebnis", erklärt Ems-CEO Magdalena Martullo-Blocher im cash-Video-Interview die positive Reaktion der Ems-Aktie an der Schweizer Börse. Der Titel steigt um über 5 Prozent und ist damit am Freitag die zweitbeste Aktie am Swiss Performance Index. Seit Anfang 2009 beträgt die Performance der Ems-Aktie 383 Prozent.  

"Wir wurden noch effizienter. Es ist ein Sammelsurium an Massnahmen, damit wir weltweit mithalten können", erklärt Martullo-Blocher im Anschluss an die Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Es gehe auch darum, mit dem gleichen Personal "noch mehr zu machen". Für das Geschäftsjahr 2016 rechnet Ems mit einem Nettoumsatz und einem Betriebsergebnis leicht über dem Vorjahr - trotz eines Marktumfeldes, das in diesem Jahr wohl schwieriger wird als 2015.

Fast zwei Drittel Umsatzes macht Ems mit der Automobilbranche. Und wie gut das Jahr 2016 für die Automobilindustrie wird, hängt stark von China ab, wo es in der Vergangenheit zu phänomenalen Wachstumszahlen gekommen war. Doch nun schwächt sich die Wirtschaft merklich ab. Letztes Jahr wuchs der chinesische Automarkt noch 4 Prozent.

Zuversichtlich bezüglich China

Martullo-Blocher ist bezüglich China weiter zuversichtlich. "Jedes vierte Auto wird in China produziert. Das ist ein Riesenmarkt. Aber es ist klar, dass dieser Markt nicht mehr zweistellig wachsen kann." Aber solange dieser Markt wachse, seien die grossen Volumen da. "Wir glauben an das Potenzial. Bloss jeder zehnte Chinese hat bislang ein Auto."

Vor einem Jahr kündigte die Ems-Chefin überdies die Eröffnung weiterer vier Werke in China über die nächsten Jahre an. Davor war Ems mit bereits fünf Standorten in China präsent. Die jüngsten Verwerfungen in China ändern nichts an den Plänen. "Wir haben diese Werke zum Teil schon eröffnet, weitere werden noch dazukommen", so Martullo-Blocher.

Für die Aktionäre schaut aus dem Gewinn die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende von 11 Franken und einer ausserordentlichen von 2,50 Franken heraus. Der Analyst von Kepler Chevreux zeigte sich angesichts des Betrages von 11 Franken leicht enttäuscht. Mit der Ausschüttung weist die Aktie von Ems-Chemie eine Rendite von 2,5 Prozent auf. 

Geht da in Zukunft noch mehr für die Aktionäre, Frau Martullo-Blocher? "Eine Rendite von zwei bis drei Prozent ist viel verglichen mit dem, was Sie auf der Bank erhalten", so die Ems-Chefin zu cash. "Und dazu macht Ems auch noch Spass."

Im cash-Video-Interview macht Magdalena Martullo-Blocher eine Schätzung zur Entwicklung des Euro-Franken-Kurses in diesem Jahr.