Medizinalbedarf - Schwächerer Franken beschert IVF Hartmann Gewinnrückgang

Der Pflaster- und Wundverbandhersteller IVF hat im ersten Halbjahr die Abschwächung des Frankens und die Restrukturierung zu spüren bekommen.
31.08.2018 08:02
Schweizer Hersteller medizinischer Verbrauchsgüter: Hauptsitz in Neuhausen am Rheinfall.
Schweizer Hersteller medizinischer Verbrauchsgüter: Hauptsitz in Neuhausen am Rheinfall.
Bild: ZVG

Der Betriebsgewinn (EBIT) tauchte um 16,5 Prozent auf 7,4 Millionen Franken. Der Reingewinn schrumpfte um 17,8 Prozent auf 6,1 Millionen Franken. Die Rückgänge seien auf mehrere Faktoren zurückzuführen, schrieb IVF Hartmann am Freitag in einem Communiqué: Allen voran auf Wechselkurseffekte, welche die Einkäufe im Euro-Raum aufgrund der Abschwächung des Frankens verteuert hätten und zu einem grossen Teil nicht an die Kunden hätten weitergegeben werden können.

Zudem sei die Abnahme aus einem geringeren Aufbau des Lagerbestands im Bereich Eigenfertigung und nochmals gestiegenen Ausgaben für den Konzernumbau im Rahmen der Strategie 2020 zu erklären, schrieb IVF Hartmann. So sei die Verlagerung der Produktion elastischer Binden von Netstal an die Tochtergesellschaft Karl Otto Braun (KOB) im deutschen Wolfstein inzwischen abgeschlossen.

Fabrik geschlossen

Die Fabrik im Kanton Glarus sei plangemäss auf Ende Juni geschlossen worden. Gleichzeitig laufe die Verlagerung der Watteproduktion vom Stammsitz der IVF Hartmann-Gruppe zu ihrer Tochtergesellschaft Kistler AG in Gommiswald. Ein zweiter Fabrikanbau für die Kistler AG werde ebenso vorangetrieben wie die Beschaffung neuer Anlagen für die Produktion und der Ausbau der Organisation mit zusätzlichem Personal, hiess es weiter.

Ausserdem würden die Prozesse und IT-Systeme modernisiert. Die Eigenfertigung in Neuhausen werde bis 2020 schrittweise automatisiert und die Kapazität erweitert. Eine erste neue Fertigungsanlage für Produkte der modernen Wundversorgung habe man im ersten Halbjahr in Betrieb genommen.

"Mit diesen Veränderungen im Produktionsbereich erwartet die IVF Hartmann-Gruppe sukzessive Einsparungen gegenüber den Vorjahren", hiess es. Gleichzeitig werde die Logistikinfrastruktur ausgebaut und weiter automatisiert. Der Bau des neuen Logistikzentrums in Neuhausen habe begonnen, um die Serviceleistungen auszubauen und die Effizienz zu steigern.

Leichter Umsatzrückgang

Beim Verkauf habe IVF Hartmann ein solides Resultat erzielt. Der Umsatz sank nur leicht um 0,4 Millionen auf 66 Millionen Franken. Durch eine solide Umsatzentwicklung in den Kernmärkten und einem wachsenden digitalen Neugeschäft konnte die Firma Einbussen durch die Ausmusterung von gewissen Produkten fast komplett wettmachen.

So habe man wenig rentable Zahnwatterollen aus dem Sortiment genommen. Den Umsatzrückgang nehme IVF Hartmann bewusst in Kauf. Andererseits finde das 2017 lancierte Sortiment der Einweginstrumente für laparoskopische Eingriffe immer mehr Anklang. Auch das Geschäft mit Endkonsumenten wurde im ersten Halbjahr mit neuen Hygieneprodukten erweitert.

Für das Gesamtjahr erwartet IVF Hartmann einen Umsatz auf der Höhe des Vorjahres (133 Millionen Franken). "Bereits im zweiten Halbjahr 2018 erfolgen erste finanzielle Rückflüsse aus der noch laufenden technischen Transformation. Ein temporärer Rückgang des Betriebsergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird bewusst in Kauf genommen", schrieb das Unternehmen.

(AWP)