Meyer Burger: Anschlusskäufe dank «China-News»

Mit Trina Solar erhöht ein Ex-Grosskunde von Meyer Burger überraschend seine Absatzprognosen. Hoffnungen auf eine Belebung der chinesischen Solarindustrie ziehen Anschlusskäufe nach sich.
09.08.2013 10:51
Von Lorenz Burkhalter

In guten Jahren erzielte Meyer Burger mehr als 90 Prozent des Jahresumsatzes mit Grosskunden aus China. Aufgrund von Überkapazitäten und einem geradezu ruinösen Preiskampf unter den dortigen Solarunternehmen blieben solche Aufträge zuletzt jedoch aus.

Mittlerweile gibt es allerdings erste Anzeichen dafür, dass die chinesische Solarindustrie die Talsohle durchschritten haben könnte. Am Mittwoch erhöhte nicht nur Yingli, sondern auch der ehemalige Grosskunde Trina Solar seine Absatzprognosen.

Yingli rechnet für das zurückliegende zweite Quartal mit einem Absatzwachstum bei Solarmodulen von 23 bis 24 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Bisher sprachen die Firmenverantwortlichen von einer Steigerung im tiefen zweistelligen Prozentbereich. Entsprechende Konsensschätzungen liegen denn auch bei einem Absatzwachstum von 12 Prozent.

Ermutigend ist auch, dass Yingli gleichzeitig mit einer Bruttomarge von 11 bis 12 Prozent rechnet. Ursprünglich wurde eine Bruttomarge im mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt.

Davon profitieren auch die Aktien von Meyer Burger. Die Papiere werden von Anschlusskäufen erfasst und gewinnen zur Stunde an der SIX weitere 2,3 Prozent auf 7,08 Franken.

Gesunde Portion Skepsis bei den Analysten

Auch der Mitbewerber Trina Solar hat im zweiten Quartal eigenen Angaben zufolge Solarmodule im Umfang von 630 bis 660 Megawatt ausgeliefert. Ursprünglich ging das Unternehmen von einem Absatz von 500 bis 530 Megawatt aus.

Am Hauptsitz von Meyer Burger im bernischen Gwatt wird man die Auftragsbelebung bei den beiden grossen chinesischen Solarherstellern mit höchstem Interesse verfolgen. Das Ausrüstungsunternehmen ist dringend auf neue Grossaufträge angewiesen. Nur so kann es das diesjährige Ziel eines Umsatzes von rund 400 Millionen Franken noch erreichen.

Analysten äussern sich indes eher skeptisch, was die Situation im Schlüsselmarkt China anbetrifft. Für die jüngste Aufhellung werden vor allem grössere Bestellungen im Vorfeld drohender Importzölle für chinesische Solarzellen und -module in der Europäischen Union verantwortlich gemacht. Es bleibe deshalb abzuwarten, ob sich das im zweiten Quartal beobachtete Absatzwachstum bei Unternehmen wie Yingli oder Trina Solar als nachhaltig erweise.