Die Aktien von Comet (+1,6 Prozent), Inficon (+2,8 Prozent) und VAT (+0,8 Prozent) legen bis am Donnerstag am frühen Nachmittag nach überzeugenden Zahlen des US-Speicherchip-Herstellers Micron zu. Michael Inauen, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), sieht nach den Micron-Zahlen den Boom in der Speicherchip-Branche ungebremst weitergehen.
Seine These, dass nach HBM (High Bandwidth Memory) und DRAM (Dynamic Random Access Memory) nun auch die Nachfrage nach NAND-Chips stark steige, sieht der ZKB-Experte durch die Aussagen von Micron bestätigt. NAND-Flash-Speicher haben eine hohe Verbreitung und werden zum Beispiel in SD-Karten und in Solid-State-Drives (SSDs) verbaut.
Entsprechend sollten die Schweizer Halbleiterzulieferer weiterhin vom starken Nachfragetrend profitieren und ein Abflachen des Trends sei noch nicht sichtbar, meint Inauen von der ZKB weiter. In der momentanen Situation bevorzuge er weiterhin Comet, da dort das Exposure zu NAND-Maschinen grösser sein sollte als bei VAT und Inficon.
Acht Analysten stufen die Valoren von Comet mit «Kaufen» und drei mit «Halten» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt gemäss AWP-Analyzer bei 490 Franken. Der Analyst Martin Marandon-Carthian von Oddo BHF ruft dabei mit 600 Franken das höchste Kursziel auf.
Der starke Auftragseingang im zweiten Quartal sowie die Aussage des Managements, dass sich diese Dynamik fortsetzen dürfte, veranlassten den Experten von Oddo BHF Anfang August, seine Gewinnschätzungen nach oben anzupassen. Angesichts der weiterhin günstigen Bewertung und der erwarteten Belebung der Halbleiterinvestitionen sehe er erhebliches Kurspotenzial. Damit bleibt Comet ein Top-Pick des Experten von Oddo BHF.
Die Experten rufen aber nicht nur bei Comet, sondern auch bei VAT hohe Kursziele auf. So erhöhte die britische Investmentbank Barclays am Mittwoch das Kursziel für VAT auf 860 von 780 Franken und beliess die Einstufung unverändert bei «Overweight».
Nicht ganz so hoch geht Goldman Sachs, die seit Wochenfrist ein Kursziel von 782 Franken mit einem Rating «Buy» aufruft. Befeuert durch eine robuste Halbleiternachfrage hob die Analystin Daniela Costa ihre Umsatzschätzungen für 2027 und 2028 um 9 Prozent respektive 12 Prozent an.
Für das dritte Quartal rechnet die Expertin von Goldman Sachs mit einem sequenziell stabilen Auftragseingang. Als limitierender Faktor für ein noch stärkeres Backlog-Wachstum bei Wafer-Fertigungsanlagen (WFE) wirke derzeit ein Flaschenhals bei den Reinraumkapazitäten auf Kundenseite. Ungeachtet dieser kurzfristigen Kapazitätsengpässe stuft die Expertin Costa das mittelfristige strukturelle Aufwärtspotenzial weiterhin als signifikant ein.
Neun Analysten stufen VAT mit «Kaufen», sieben mit «Halten» und einer mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 718 Franken.
Bei Inficon fällt das Kurspotenzial gemäss Analystenkonsens bescheidener aus. Das durchschnittliche Kursziel von 198 Franken entspricht den am Donnerstag bezahlten Preisen an der Börse. Am optimistischsten ist die Deutsche Bank, welche Anfang Juli das Kursziel in einer Branchenstudie auf 220 von 160 Franken anhob und die Einstufung «Buy» bestätigte.
Trotz zahlreicher diskutierter Risiken rund um den KI-Boom zeigte sich Analyst Robert Sanders von der Deutschen Bank für den Halbleitersektor weiterhin zuversichtlich. Er verwies unter anderem auf mögliche Unsicherheiten bei der Monetarisierung von KI-Anwendungen, Lieferengpässe, Finanzierungsrisiken und geopolitische Spannungen.
Sieben Analysten vergeben bei Inficon ein Rating «Kaufen» und vier ein «Halten».
VAT werden am 15. Oktober und Comet am 20. Oktober ein Trading Update für das dritte Quartal vorlegen, während Inficon den Quartalsabschluss am 27. Oktober publiziert.

