Mit Borussia-Aktien auf den Finaleinzug wetten

Die Qualifikation für den Champions-League-Final würde der Aktie von Borussia Dortmund spürbaren Schub verleihen. Mit dem hohen Sieg im Hinspiel ist ein erster wichtiger Schritt bereits gemacht.
24.04.2013 12:45
Von Pascal Meisser
Der Wechsel von Jungstar Mario Götze zu Bayern München liess den Kurs der BVB-Aktie einbrechen.

Mit dem deutlichen 4:1-Sieg gegen den spanischen Vizemeister Real Madrid im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals hat der amtierende deutsche Champion Borussia Dortmund (BVB) die halbe Miete für die Final-Qualifikation bereits eingefahren. An der Börse reagieren die Anleger euphorisch: Die BVB-Aktie klettert im frühen Handel um über fünf Prozent.

Noch bietet sich am Donnerstag Anlegern mit der Aktie von Borussia Dortmund auf einen Einzug des BVB ins Champions-League-Finale, das am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion stattfindet, zu wetten. Ein solcher Erfolg könnte den Titel auf ein neues Mehrjahreshoch hieven, nachdem die Aktie bereits in den letzten zwölf Monaten knapp 30 Prozent Performance erzielt hatte.

Kurseinbruch nach Transfermeldung

Im Vorfeld des Spiels sackte die Aktie unerwartet ab. Eine überraschende Transfermeldung vom Dienstag sorgte dafür, dass Anleger vor dem wichtigen Spiel zu deutlich günstigeren Preisen einsteigen können: Jungstar Mario Götze wird zum Saisonende zum neuen Deutschen Meister Bayern München wechseln. Der 20-jährige Nationalspieler zählt zu den wichtigsten Stützen der jüngsten Erfolge des BVB.

Der Aktienkurs stürzte über 5 Prozent ab – und damit so stark wie seit fünf Monaten nicht mehr. Für einen kurzfristigen Fussballaktien-Zock dürfte die Götze-Meldung allerdings kaum von Belang sein. Denn wie wichtig sportlicher Erfolg für die Kursentwicklung ist, zeigten die letzten Jahre. Seit Jürgen Klopp vor drei Jahren das Traineramt übernahm, wurde der BVB zweimal in Folge deutscher Meister. Das liess den Aktienkurs innerhalb von drei Jahren mehr als vervierfachen – von 0,8 auf 3,3 Euro.

Damit liegt die Aktie aber noch immer deutlich unter dem Emissionspreis von 11 Euro. Im Jahr 2000 war der Verein als erster und einziger Fussballclub Deutschlands an die Börse gegangen. In Folge rapide steigender Kosten für Spielergehälter und ausbleibender Erfolge stürzte die Aktie bis 2008 kontinuierlich ab und wurde zeitweise als Penny-Stock gehandelt. Das zeigt, dass Fussballaktien nicht über eine längere Zeit gehalten werden sollten.

Kaum eine Fussballaktie mit positiver Performance

Denn das Gros der Fussballaktien war und ist für Investoren und Fans in der Regel ein Debakel. Von 45 Fussballaktien verzeichnete seit ihrem Börsengang nur rund jede fünfte eine positive Wertentwicklung. Jede Dritte büsste mehr als 90 Prozent ein, zwei Drittel noch immer mehr als die Hàlfte ihres ursprünglichen Werts.
Diese Zahlen werden auch vom Europe Football Index bestätigt, der von der Schweizer Stoxx berechnet wird. Dieser Index mit allen börsenkotierten Fussballclubs aus Europa und der Türkei hat im Laufe der letzten fünf Jahre fast 50 Prozent nachgegeben.

Zu einer Farce wurden auch die Valoren des einst einzigen börsenkotierten Fussballvereins der Schweiz. Der Grasshoppers Club ging 1997 an die Schweizer Börse. Der Traditionsverein übernahm sich daraufhin finanziell, sportliche Erfolge blieben aus – und es drohte ein Konkurs. Die Aktie stürzte immer weiter ab, bis sie schliesslich 2009 dekotiert wurde.

Zu den wenigen positiven Ausnahmen gehört Manchester United, die diese Saison die englische Meisterschaft zum 20. Mal gewinnen wird. Der Traditionsverein wagte im letzten Sommer zum zweiten Mal den Gang an die Börse. Der Ausgabekurs lag bei 14 Dollar, heute notiert die Aktie bei 17,26 Dollar. Und selbst während der ersten Börsennotierung war Manchester United für Anleger eine Erfolgsgeschichte. Zwischen 1991 und 2005 kletterte der Kurs von 15 auf 300 Pence.

Performance ausgewählter Fussballaktien

Verein 1 Jahr 3 Jahre
Borussia Dortmund +30% +172%
Lazio Rom -5% +26%
Juventus Turin -2% -73%
Olympique Lyonnais -41% -78%
Sporting Lissabon -34% -80%

Quelle: cash.ch