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MotorradherstellerWeshalb die KTM-Aktie bisher nicht auf Touren kommt

KTM Industries ist seit November 2016 an der Schweizer Börse kotiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Nebenwerten ist bei der KTM-Aktie aber keine Anleger-Euphorie auszumachen. cash sagt, was den Kurs belastet.
06.06.2017 15:45
Von Pascal Züger
Stefan Pierer, Konzernchef und Hauptaktionär von KTM Industries.
Stefan Pierer, Konzernchef und Hauptaktionär von KTM Industries.
Bild: ZVG

Zürich ist seit dem 14. November 2016 der Haupthandelsplatz der KTM-Aktie. Der österreichische Motorradhersteller entschloss sich zu diesem Schritt, um einen besseren Zugang zu Schweizer und internationalen institutionellen Investoren zu erhalten.

KTM Industries gilt als eine der führenden europäischen Fahrzeug-Gruppen. Der Hauptfokus liegt auf der Produktion von Motorrädern. Bekannte Marken sind KTM und Husqvarna. Teil der KTM-Gruppe ist auch der Rennsportausrüster Pankl Racing sowie weitere im Bereich Automotive tätige Firmen.

Bisher reissen sich die Anleger aber nicht um den Börsenneuling: Seit dem IPO hat die Aktie über 6 Prozent abgegeben. Folgende Grafik zeigt diese Kursentwicklung:

Kursentwicklung der KTM-Aktie seit dem Börsengang am 14. November 2016 (Quelle: cash.ch).

Für KTM-Aktionäre ist das eine sehr enttäuschende Entwicklung. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Nebenwerte derzeit einen regelrechten Börsen-Boom erleben. Zum Vergleich: Der gesamte Swiss Performance Index konnte im gleichen Zeitraum um über 18 Prozent zulegen.

Was läuft da schief bei KTM? Operativ müssen sich die Österreicher nichts vorwerfen. Im Gegenteil: Die letzten Jahre konnte KTM Umsatz und Gewinn stark erhöhen. 2016 etwa stieg der Umsatz um 10 Prozent, der Reingewinn gar um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein neuer Rekordwert.

2017 erwartet KTM weiterhin ein hohes organisches Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent. Wachsen will man vor allem in den Emerging Markets. KTM hat eine Exportquote von über 95 Prozent und mehr als 50 Prozent des Umsatzes kommt von ausserhalb Europas.

Erfolg wird zur Normalität

Der vor sich hindümpelnde Aktienkurs rührt viel eher daher, dass die Erfolge bei KTM zur Normalität geworden und im Kurs bereits eingepreist sind: 2016 war bereits das sechste Rekordjahr in Folge und stellte keine wirkliche Überraschung mehr dar.

Und die negative Kursperformance hat noch einen weiteren Grund: KTM-CEO und Hauptaktionär Stefan Pierer verkaufte Mitte Februar 2017 für rund 133 Millionen Franken Anteile an seiner Firma. Seither besitzt er noch 63 Prozent der Aktien, nach 75 Prozent zuvor. Er machte dies mit der Absicht, die KTM-Papiere für Anleger attraktiver werden zu lassen. Dies sorgte für eine 15-prozentige Kurskorrektur in nur wenigen Tagen.

Die Aktienabstossung von Pierer hat für künftige Aktienbesitzer zwei entscheidende Vorteile: Einerseits hat sich der Streubesitz von 25 auf 37 Prozent ausgeweitet, was die Liquidität der Aktie erhöht. Andererseits hat sich dadurch die Aktie auch etwas vergünstigt. Derzeit liegt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis 2017 noch bei 21, nachdem der Wert vor drei Monaten bei über 24 lag. Aufgrund des erwarteten überdurchschnittlichen Firmen-Wachstums ist die Aktie daher inzwischen nicht mehr überteuert. Wer an die Wachstumsstory von KTM glaubt, kann zugreifen.

Ein Blick auf die Kursentwicklung der KTM-Aktie an der Wiener Börse – für KTM die Hauptbörse vor der Kotierung in der Schweiz – zeigt, dass der Titel in den letzten vier Jahren bereits massiv angestiegen ist: Von Juni 2013 bis heute hat sich der Wert der KTM-Aktie versechsfacht. Und in den letzten 52 Wochen sind es noch plus 35 Prozent.

Kursentwicklung KTM-Aktie an der Wiener Börse seit Juni 2013 (Quelle: cash.ch)