An der Spitze der Blue Chips fanden sich am Montag VAT wieder, die erstmals über der Marke von 700 Franken schlossen, auf 706,80 Franken. Die Aktien haben das bisherige Allzeithoch von 515 Franken im Juli 2024 längst hinter sich gelassen und notieren auf einem Höchststand. Das Kursplus seit Januar beträgt 63 Prozent.

Dabei stützte am gestrigen Handelstag vor allem die anhaltende KI-Euphorie, die auch asiatische und amerikanische Halbleiterfirmen erneut teils deutlich steigen liess. So ging es auch für Inficon (+8,1 Prozent) und Comet (+3,7 Prozent) klar aufwärts. Im Windschatten zogen AMS Osram um 2,8 Prozent an und ABB (+1,7 Prozent).

Das durchschnittliche Kursziel von VAT liegt mit 622,93 Franken weit unter dem jetzigen Niveau, wobei die höchste Schätzung mit 750 Franken noch Spielraum nach oben lässt. Acht Experten empfehlen die Aktien zum Kauf, sieben nehmen eine neutrale Haltung ein und nur zwei sprechen sich für den Verkauf aus.

Die Mehrheit der Analysten ist sich einig: Das Unternehmen profitiert von einem starken Investitionszyklus in der Halbleiterindustrie. Insbesondere die hohe Nachfrage nach Halbleiterproduktionsanlagen und der Übergang zur 2-Nanometer-Technologie dürften das Wachstum in den kommenden Jahren stützen.

Laut Einschätzung der Bank Vontobel dürfte das Halbleitergeschäft von VAT zwischen 2025 und 2028 durchschnittlich um 22 Prozent pro Jahr wachsen. Dank der hohen operativen Hebelwirkung fallen auch die Gewinnprognosen jüngst deutlich höher aus. Dennoch warnte die UBS anfangs Monat, dass die hohe Nachfrage die Lieferketten der Branche zunehmend belasten könnte, was trotz robuster Auftragseingänge zeitweise zu Schwankungen bei der Umsatzentwicklung führen dürfte. 

Die Bank Berenberg schätzt die Bewertung der Aktie nach dem starken Kursanstieg zudem als ambitioniert ein und sieht das positive Szenario als weitgehend eingepreist an. Dies unterschreibt der Analyst von Vontobel. Er warnte bereits Mitte Mai vor einer Konsolidierung, seither haben die Aktien allerdings nochmals 100 Franken an Wert gewonnen.

Aisha Gutknecht arbeitet seit Juli 2024 als Redaktorin für cash.ch.
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