Schweden, einer der Vorreiter des weltweiten Immobilieneinbruchs, hat nun drei Viertel seines prognostizierten Preisverfalls von 20 Prozent gegenüber dem Höchststand erreicht. Dies deutet darauf hin, dass die Schätzungen der meisten Prognostiker - einschliesslich der Riksbank und des staatlichen Hypothekenfinanzierers SBAB - möglicherweise zu konservativ sind.
Die Preise für Eigenheime sind seit dem Höchststand um 14,8 Prozent gesunken, teilte die SBAB, deren Indikator auf den Transaktionsdaten ihrer Immobilienbörse Booli basiert, am Freitag mit. Im November fielen die Preise saisonbereinigt um 2,2 Prozent gegenüber Oktober, verglichen mit einem Rückgang von 2,3 Prozent im Vormonat, hiess es.

Die in Schweden zu beobachtenden Marktrückgänge spiegeln sich in einer Reihe von Industrieländern wider, da die Zentralbanken die Kreditkosten erhöhen, um die steigende Inflation zu bekämpfen. Das macht Hypotheken teurer und zwingt die Konsumenten, ihren Geldbeutel zu straffen, was wiederum die Wirtschaftsleistung beeinträchtigt.
Die Hauspreise in Kanada sind seit ihrem Höchststand um 10 Prozent gesunken, und auch für Länder wie die USA, das Vereinigte Königreich und Neuseeland werden Rückgänge von bis zu 20 Prozent prognostiziert.
Rückgang könnte «deutlich grösser» ausfallen
Die Prognose eines 20-prozentigen Rückgangs der schwedischen Immobilienwerte schliesse die volatilen Strompreise aus, sagte SBAB-Chefökonom Robert Boije einer Erklärung. Er fügte hinzu, dass der Rückgang "deutlich grösser" ausfallen könnte, wenn es einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gäbe.
Die Arbeitslosigkeit, die derzeit bei knapp über 7 Prozent liegt, wird nach der Prognose der Riksbank moderat ansteigen und Ende nächsten Jahres die 8-Prozent-Marke überschreiten.
Die Preise für Einfamilienhäuser im Grossraum Stockholm sind nach Angaben der SBAB bereits um etwa 20 Prozent gegenüber dem Höchststand gesunken, in der Umgebung von Malmö und Göteborg um etwa 19 beziehungsweise 18 Prozent.
(Bloomberg/cash)
