Grund: Novartis gab zwei Rückschläge bei der Entwicklung von Medikamenten bekannt. Das Herzmedikament Pelacarsen verfehlte sein Ziel in der Phase-III-Studie. Der experimentelle Wirkstoff konnte die Reduktion der Risiken eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls nicht beweisen.
Experten blieben nach diesem Rückschlag teils noch hoffnungsvoll. Doch dann gab Novartis am Dienstag bekannt, dass auch die Studie des Medikaments Del-desiran gegen eine Muskelkrankheit scheiterte. Das brachte die Aktie definitiv zu Fall. Die Papiere verloren am Dienstag 11 Prozent, der grösste Tagesverlust seit sechs Jahren.
Novartis-Pipeline als Lichtblick
Wie geht es weiter mit der Novartis‑Aktie? Nach den hohen Verlusten sehen die Analysten der Privatbank Berenberg neue Medikamente von Novartis als mögliche Kurskatalysatoren.
Für das Medikament Remibrutinib gegen Multiple Sklerose (MS) präsentierte Novartis Anfang September positive Ergebnisse aus zwei Phase-III-Studien in einem Vergleich mit einem anderen MS‑Medikament. Zudem befindet sich das Medikament QCZ484 gegen Bluthochdruck in der Phase-II-Studie. Weitere Ergebnisse für die beiden Mittel werden bis Ende 2026 erwartet.
Zudem sind die Medikamente Ianalumab gegen die Auto-Immunkrankheit Lupus sowie Abelacimab gegen Thrombose in der Pipeline von Novartis. Beide befinden sich in der Phase III. Ergebnisse zu den Mitteln werden im ersten beziehungsweise zweiten Halbjahr 2027 erwartet.
Novartis und insbesondere CEO Vas Narasimhan stehen dabei unter Erfolgsdruck. Denn nach dem Scheitern von zwei der drei grossen Hoffnungsträger in der Pipeline von Novartis reagierten Investoren diese Woche ungehalten. Der Fehlschlag bei Del-Desiran erschüttere das Vertrauen in die Zukaufstrategie von Novartis, zumal die Erwartungen an das Mittel hoch gewesen seien, sagte James Eugene des Novartis-Aktionärs Verso Investment Management laut Reuters.
Berenberg hat die Anlageempfehlung «Halten» für die Novartis-Aktie. Nach den beiden Fehlschlägen dieser Woche wurde das Kursziel aber auf bloss noch 105 Franken (zuvor: 120 Franken) gesenkt.
