Nach Zahlenenttäuschung - Und wieder hagelt es bei Temenos Kurszielreduktionen

Der Bankensoftwarespezialist Temenos verfehlt im dritten Quartal selbst wenig ambitionierte Erwartungen. Die Analysten setzen erneut den dicken Rotstift an. Das bekommt der Aktie nicht gut.
16.10.2020 16:49
Von Lorenz Burkhalter
Max Chuard ist seit März 2019 CEO bei Temenos.
Max Chuard ist seit März 2019 CEO bei Temenos.
Bild: ZVG

Eigentlich hätte es dem Bankensoftwarehersteller Temenos leichtfallen müssen, die Erwartungen an das dritte Quartal zu erfüllen. Denn nicht wenige Analysten überarbeiteten ihre Gewinnschätzungen im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichung von Donnerstagabend eben mal noch rasch mit dem Rotstift (der cash Insider berichtete).

Doch es sollte anders kommen: Der Zahlenkranz der Genfer liegt nicht nur bei den viel beachteten Lizenzeinnahmen, sondern auch beim Gewinn selbst hinter den gesenkten Erwartungen zurück.

Die Verantwortlichen um Firmenchef Max Chuard vertrösten ihrerseits auf das Schlussquartal und das kommende Jahr. Das Tagesgeschäft habe die Talsohle durchschritten, so lautet ihre Botschaft. Dennoch müssen sie bei ihren Gewinnvorgaben fürs laufende Jahr zurückbuchstabieren.

Nicht zuletzt auch deshalb hagelt es – wie schon im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichung – noch einmal Kurszielreduktionen.

Die wohl einschneidendsten Anpassungen nimmt Barclays vor. Die Briten kürzen ihre Gewinnschätzungen um bis zu 7 Prozent und streichen das Kursziel auf 108 (zuvor 118) Franken zusammen. Und obwohl sie eigentlich mit Underweight zum Verkauf der Aktie raten, sind sie vorsichtig optimistisch, was eine Belebung des Tagesgeschäfts anbetrifft.

Die Börse reagiert unterkühlt

Auch bei J.P. Morgan heisst es, dass die Firmenverantwortlichen von Temenos optimistischer seien als noch vor wenigen Monaten. Das hält die US-Investmentbank jedoch nicht davon ab, ihre Gewinnschätzungen um bis zu 8 Prozent nach unten zu nehmen. Dadurch fällt das Kursziel für die mit "Neutral" eingestufte Aktie auf 128 (zuvor 140) Franken.

Weitere, teils einschneidende Kurszielreduktionen treffen zudem von Credit Suisse mit 112 (zuvor 125) Franken und Jefferies mit 129 (zuvor 146) Franken ein. Beide Banken sind ebenfalls neutral gestimmt. Die UBS hält hingegen an ihrer Verkaufsempfehlung fest und sieht die Kursnotierungen sogar auf 89 (zuvor 96) Franken fallen. Dem steht man bei Goldman Sachs in nichts nach und stuft die Aktie mit "Sell" und einem 12-Monats-Kursziel von 95 (zuvor 100) Franken ein.

Händler schliessen nicht aus, dass Anfang nächste Woche weitere einschneidende Anpassungen folgen könnten.

Die geballte Ladung an Abwärtsanpassungen bekommt der Temenos-Aktie nicht gut. Nach einem frühen Rücksetzer auf 110,50 Franken verliert sie zur Stunde noch 3,6 Prozent auf 111,85 Franken. Damit notiert die Aktie auf dem tiefsten Stand seit Mitte April.

 
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