Alle diese Werkzeuge dienten dazu, das Inflationsziel zu erreichen, sagte er am Donnerstag in London. Dies gelte auch für das sogenannte TPI-Programm, das Anleihekäufe vorsieht. Die Europäische Zentralbank verfüge über diverse weitere Instrumente, sagte Nagel. «Dabei geht es jedoch keineswegs um bestimmte Spread-Niveaus oder Ähnliches». Er fügte hinzu: «Es geht um Preisstabilität.»
Am Bondmarkt zogen die Renditen vieler europäischer Staatsanleihen jüngst deutlich an. An den Finanzmärkten ist besonders Frankreich wegen seiner Haushaltsprobleme und eines schwächeren Wirtschaftswachstums zuletzt immer stärker in den Fokus geraten. «Der Druck nimmt zu», sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Anleger reagierten massiv auf die angespannte Haushaltslage und die hohe Staatsverschuldung.
Die EZB hat mit dem Transmission Protection Instrument (TPI) ein Notprogramm in der Hinterhand, mit dem sie theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen eines in Bedrängnis geratenen Euro-Landes kaufen kann. Bedingung dafür ist aber, dass dieser Staat unter einer ungerechtfertigten Verschärfung seiner Finanzierungsbedingungen leidet und der Anstieg der Renditen ungeordnet erfolgt, beispielsweise wegen heftiger Turbulenzen an den Börsen.
(Reuters)

