Nahrungsmittelkonzern - Nestlé-Aktie legt nach L'Oréal-Deal moderat zu - Wollen Investoren mehr Dividende?

Die Aktie von Nestlé steigt am Mittwoch nach der Reduktionsbeteiligung an L'Oréal - allerdings nicht so viel, wie einige Beobachter erwartet hatten. Das hat seine Gründe.
08.12.2021 11:21
Am Nestlé-Sitz in Vevey am Genfersee.
Am Nestlé-Sitz in Vevey am Genfersee.
Bild: Bloomberg

Die Aktie von Nestlé steigt im frühen Handel am Mittwoch um 1,2 Prozent auf 123,35 Franken. Der Swiss Market Index steigt 0,5 Prozent. In der Spitze steigt die Aktie bis auf 124,24 Franken, das ist ein neuer Rekord.

Der Nahrungsmittelkonzern verkauft 4 Prozent von L'Oréal an den französischen Kosmetikhersteller zurück. Gleichzeitig kündigt Nestlé dank des Erlöses ein 20 Milliarden Franken schweres neues Aktienrückkaufprogramm an. Laut Jefferies wird dies bei Nestlé zu einer Gewinnverdichtung von rund 2 Prozent führen.

"Wir haben seit Anfang Jahr darauf hingewiesen, dass ein Teilverkauf von L’Oréal im Gegenwert von beispielsweise 10 Milliarden Franken sinnvoll wäre, da die Bewertung von L’Oréal fast doppelt so hoch ist gegenüber Nestlé", schreibt Patrik Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. 

Für Qualitätsaktien würden Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von 30 bis 40 bezahlt, "da ist das KGV 2022 von Nestlé mit 26,2 moderat", so Schwendimann. Weitere Kurstrigger auf Jahressicht sind Ergänzungsakquisitionen. Der faire Wert bei der Nestlé-Aktie liege bei 136 Franken. Barclays seinerseits erhöhte am Mittwoch das Kursziel für Nestlé auf 135 von 130 Franken. Der Verkauf der Beteiligung sei ein vernünftiger Schritt, Nestlé sei damit auch für allfällige grössere Akquisitionen gerüstet.

Dass die Aktie von Nestlé am Mittwoch nicht höher steigt, liegt auch daran, dass sie bereits am Vortag mit über 2 Prozent einen relativ grossen Satz gemacht hatte. Auf der anderen Seite, so vermuten Marktbeobachter, hätten sich einige Aktionärinnen und Aktionäre auch eine Verwendung des L'Oréeal-Erlöses in Form einer Sonderdividende erwünscht. Diese seien nun enttäuscht.

Keine Hinweise auf weiteren Abbau

Die Analystin von RBC sieht derzeit "keine Hinweise" darauf, dass Nestlé den Anteil an L'Oréal, der nun auf 20,1 Prozent gesunken ist, weiter abbaut. Nestlé hat seit 1974, als die L'Oréal-Beteiligung erworben wurde, eine jährliche Rendite von 11 Prozent in Schweizer Franken (ohne Dividende) darauf erzielt.

Nestlé ist seit 1974 Grossaktionär von L'Oréal. Zuletzt hatte der Konzern im Februar 2014 seine Beteiligung von 29,4 Prozent auf 23,3 Prozent verringert, damals wurde auch die Anzahl Vertreter von Nestlé im Verwaltungsrat von L'Oréal von 3 auf 2 angepasst. Im März 2018 war zudem eine Aktionärsvereinbarung zwischen Nestlé und der Besitzerfamilie Bettencourt ausgelaufen. Seither kann Nestlé die Beteiligung oder Teile davon veräussern. Eine erneute Aufstockung des Anteils wurde seither hingegen nicht mehr in Erwägung gezogen.

Das restliche Paket von Nestlé am französischen Konzern hat auf dem aktuellen Niveau der L'Oréal-Aktien noch immer einen Wert von rund 54 Milliarden Franken.

(cash/AWP)

 

 

 
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