Nahrungsmittelkonzern - Nestlé reduziert Beteiligung an L'Oréal - Aktienrückkauf von über über 20 Milliarden Franken

Nestlé reduziert seine Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L'Oréal.
08.12.2021 07:31
Logo und Schriftzug am Nestlé-Sitz in Vevey.
Logo und Schriftzug am Nestlé-Sitz in Vevey.
Bild: imago images / IP3press

Zudem hat der Westschweizer Nahrungsmittelkonzern ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Nestlé und L'Oréal hätten den Verkauf von 22,26 Millionen L'Oréal-Aktien (rund 4% an L'Oréal) zu einem Stückpreis von 400 Euro und einem Gesamtbetrag von 8,9 Milliarden Euro an L'Oréal vereinbart, teilte Nestlé am Dienstagabend mit. L'Oréal wird die von Nestlé erworbenen eigenen Aktien gemäss den Angaben vernichten. Damit werde sich der Anteil von Nestlé an L'Oréal, der mit dem Verkauf auf unter 20 Prozent gefallen wäre, gleich wieder auf 20,1 Prozent erhöhen, sagte Nestlé-Mediensprecher Christoph Meier gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Vor der Transaktion lag die Beteiligung bei 23,3 Prozent.

Dem Vernehmen nach ist die Transaktion steuerfrei. Überhaupt ist Nestlé mit der Beteiligung an L'Oréal gut gefahren. Gemäss dem Sprecher hat Nestlé darauf seit 1974, als die Beteiligung erworben wurde, eine jährliche Rendite von 11 Prozent in Schweizer Franken (ohne Dividende) erzielt, sagte der Sprecher weiter.

Weitere Verkaufsabsichten habe Nestlé derzeit nicht. Der Konzern bestätigt in der Mitteilung denn auch das weitere Engagement in L'Oréal. Man unterstütze die Wertschöpfungs-Strategie von L'Oréal voll und ganz, heisst es dort. Und man bleibe auch weiterhin mit zwei Sitzen Im Verwaltungsrat des Unternehmens vertreten.

Aktienrückkauf-Programm über 20 Milliarden Franken

Mit dem Geld aus dem Verkauf sollen in erster Linie Aktien zurückgekauft werden. Der Verwaltungsrat von Nestlé hat gemäss den Angaben beschlossen, das laufende Aktienrückkaufprogramm durch einen neues Programm mit Beginn am 3. Januar 2022 zu ersetzen. Dieses sieht den Rückkauf von eigenen Aktien im Umfang von 20 Milliarden Franken im Zeitraum von 2022 bis 2024 vor, davon soll etwa die Hälfte in den ersten zwölf Monaten zurückgekauft werden. Das neue Programm steht noch unter dem Vorbehalt der notwendigen regulatorischen Genehmigungen.

Dementsprechend werde das laufende Aktienrückkaufprogramm Ende 2021 beendet, so Nestlé weiter. Bis am 7. Dezember 2021 hat Nestle gemäss den Angaben gut 120 Millionen eigene Aktien im Umfang von 12,7 Milliarden Franken und zu einem durchschnittlichen Preis von 105,61 Franken je Aktie zurückgekauft. Das entspricht knapp zwei Dritteln des unter dem bestehenden Programm vorgesehenen Volumens von 20 Milliarden Franken. Unter dem Strick fliessen die Einnahmen von Nestlé aus dem Beteiligungsverkauf somit vollumfänglich in Aktienrückkäufe.

Strategie wird bestätigt

Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung von Nestlé bekräftigen ausserdem in der Mitteilung ihre Strategie, in das Kerngeschäft mit Nahrungsmitteln, Getränken und gesundheitsunterstützenden Produkten zu investieren. Sollte Nestlé grössere Akquisitionen tätigen, werde man das neue Aktienrückkaufsprogramm entsprechend anpassen, heisst es. Das Volumen der monatlichen Aktienrückkäufe werde von den Marktbedingungen abhängen.

Nestlé ist seit 1974 Grossaktionär von L'Oréal. Zuletzt hatte der Konzern im Februar 2014 seine Beteiligung von 29,4 Prozent auf 23,3 Prozent verringert, damals wurde auch die Anzahl Vertreter von Nestlé im Verwaltungsrat von L'Oréal von 3 auf 2 angepasst. Im März 2018 war zudem eine Aktionärsvereinbarung zwischen Nestlé und der Besitzerfamilie Bettencourt ausgelaufen. Seither kann Nestlé die Beteiligung oder Teile davon veräussern. Eine erneute Aufstockung des Anteils wurde seither hingegen nicht mehr in Erwägung gezogen.

Das restliche Paket von Nestlé am französischen Konzern hat auf dem aktuellen Niveau der L'Oréal-Aktien noch immer einen Wert von rund 54 Milliarden Franken.

(AWP)