Die Anteilsscheine von Nestlé ziehen am Dienstag um 0,6 Prozent auf 74,93 Franken an. Sie befinden sich damit zwar weiterhin auf tiefem Niveau, lösen sich aber ein Stück weit aus dem Kursloch heraus, in das sie zum Wochenauftakt gefallen waren.

Denn am Montag schlossen die Titel um 0,40 Prozent tiefer bei 74,48 Franken und somit nur minim über dem Tagestiefstand von 74,46 Franken. Diese Notierungen markierten den niedrigsten Wert der Aktien seit März dieses Jahres und damit praktisch ein Sieben-Monate-Tief.

Dazu beigetragen haben wohl Nachrichten wie jene zur Zwangsverwaltung des Nestlé-Geschäfts in Russland. Dies aber kann kaum darüber hinwegtäuschen, dass die anhaltende Börsenschwäche des Lebensmittelkonzerns auch andere Gründe hat, die den Anlegerinnen und Anlegern Geduld abverlangen. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schreibt in ihrer Notiz von Anfang Oktober denn auch von einem mehrjährigen Umsetzungsprozess, in dem sich das Unternehmen befinde. Wohl seien richtige Massnahmen eingeleitet worden, doch «gleichzeitig müssen die Verschuldung (ND/EBITDA 2026E 2.9x) reduziert, Wachstumsfelder gestärkt und Rückstände aufgeholt werden», so der zuständige Analyst, Gian Marco Werro. Seiner Ansicht nach müsste Nestlé für eine höhere Bewertung mehr Dynamik beim EBIT-Wachstum entfalten.

Derweil richten sich die Blicke von Analysten und Investoren bereits auf die Drittquartalszahlen, die das Management um CEO Philipp Navratil am 22. Oktober vorlegen wird. Die UBS sagt ein organisches Wachstum von 3,7 Prozent voraus, wobei das Mengenwachstum (RIG) bei 1,9 Prozent gesehen wird. Die zuständigen UBS-Experten stufen die Aktie mit «Neutral» ein und veranschlagen das Kursziel seit Ende September bei 81 Franken (zuvor: 80 Franken).

Der Konsens der von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analystinnen und Analysten traut den Aktien momentan 88,05 Franken zu. Dieser Wert deutet auf einen rund 17,5-prozentigen Kursgewinn in den nächsten zwölf Monaten hin, sagt aber auch, dass die Nestlé-Valoren bis auf Weiteres wohl nicht an die Höchststände bei 130 Franken zum Jahreswechsel 2021/2022 herankommen werden. Zehn Experten stufen Nestlé mit «Kaufen» ein; neun sind für «Halten» und einer ist für «Verkaufen».

Reto Zanettin
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