Die Aktien von Nestlé fallen am Mittwochmorgen um 0,8 Prozent auf 79,55 Franken. Bereits am Dienstag waren die Titel kurzzeitig unter die Marke von 80 Franken gefallen, über der sich der Titel fast drei Wochen halten konnte. Auch Branchennachbarn wie Unilever verzeichneten zuletzt eine Kursschwäche an der Börse.
Mit dem jüngsten Kursrückgang befindet sich die Nestlé-Aktie fast wieder auf dem Niveau vom 23. Juli, als die Aktien nach der Bekanntgabe der Halbjahresresultate um 8 Prozent einbrachen. Zwar gab Nestlé damals (nach langen Verhandlungen) den Teilverkauf des Wassergeschäftes bekannt - aber vielen Investoren fehlten die «positiven Überraschungen». So lagen die Resultate im Rahmen der Erwartungen, der Ausblick war verhalten.
Einigen Anlegern geht der Umbau des seit letztem Herbst von Philipp Navratil geführten Unternehmens zu langsam. Bei Nestlé harren die Vitaminmarken und die Glacéproduktion Lösungen, aber auch Süsswarenmarken oder Tiefkühlprodukte. Investoren haben zum Beispiel Unilever vor Augen, wo der Konzernumbau ihrer Meinung nach entschlossener angepackt wurde.
Anleger unterschätzen offenbar noch immer das Ausmass der Krisenbewältigung bei Nestlé. Die Führungsebene überlegt offensichtlich lieber zwei- oder dreimal, bevor Entscheidungen gefällt werden. Denn Fehler kann sich der angeschlagene Konzern nicht mehr erlauben.
Zeichen von (langsamer) Stabilisierung und Verbesserung sind an der Börse jedenfalls erkennbar. Nimmt man den Januar mal aus, haben sich die Nestlé-Titel in diesem Jahr schrittchenweise nach oben gearbeitet. Tiefstkurse unter 70 Franken scheinen immerhin der Vergangenheit anzugehören.

