Der um ‌Währungseffekte ⁠bereinigte Umsatz sei im dritten Quartal um 7,7 Prozent auf 11,56 Milliarden Euro gestiegen, ⁠teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten hatten in einer Umfrage von Visible Alpha ‌im Schnitt mit einem Plus von 5,9 Prozent gerechnet. ‌Besonders in China und den Schwellenländern verzeichnete ​der Hersteller von CeraVe-Cremes und Prada-Parfüms Zuwächse.

«Der weltweite Kosmetikmarkt hat in einem schwierigen Umfeld erneut seine Widerstandsfähigkeit bewiesen, und wir sind weiterhin deutlich schneller gewachsen als der Branchendurchschnitt», sagte Konzernchef Nicolas Hieronimus. Analysten und Manager verweisen auf den sogenannten Lippenstift-Effekt, ‌bei dem sich Verbraucher in wirtschaftlich unsicheren Zeiten erschwinglichen Luxus gönnen.

L’Oréal profitierte zudem von neuen Produkten wie Premium-Shampoos der Marke Kerastase und Sonnenschutzmitteln von La Roche-Posay. Darüber ​hinaus nimmt der Konzern gezielt Kunden ins Visier, die Abnehmspritzen ​nutzen, und bewirbt Produkte gegen Begleiterscheinungen wie ​erschlaffende Gesichtshaut.

Die Luxussparte, die mehr als ein Drittel zum Konzernumsatz beisteuert, wuchs auf vergleichbarer Basis ‌um sieben Prozent und übertraf damit die Prognose von 4,5 Prozent deutlich. Getrieben wurde diese Entwicklung durch eine hohe Nachfrage nach Düften und ein beschleunigtes Umsatzwachstum in ​China. ​Dort wächst der Kosmetikmarkt nach zwei ⁠Jahren des Rückgangs wieder, da Verbraucher aus der ​Mittelschicht ihre Ausgaben von Einstiegsluxusgütern ⁠auf hochwertige Kosmetik verlagern.

In Europa, dem grössten Markt von L’Oréal, stiegen ‌die Erlöse um fast neun Prozent. In Südasien und im Nahen Osten sprangen sie dank einer starken Nachfrage in den Golfstaaten und ‌Vietnam um 19,5 Prozent in die Höhe. Die Aktien ​des wertvollsten börsennotierten Unternehmens Frankreichs haben in diesem Jahr bislang um elf Prozent zugelegt.

Nestlé ist mit rund 20 Prozent an L’Oréal beteiligt.

(Reuters/cash)