Im zweiten Quartal zogen die Verkaufsmengen von Nestlé um 1,8 Prozent an, wie der Hersteller von Nespresso, Maggi und KitKat am Donnerstag mitteilte. Im Vorquartal hatten die Volumen um 1,2 Prozent zugelegt. Dazu kamen Preiserhöhungen von 1,9 Prozent, sodass sich das organische Wachstum auf insgesamt 3,7 Prozent belief.
Die Aktie von Nestlé, die sich auf einem 14-Monate-Hoch befindet, fällt im vorbörslichen Handel um 1,4 Prozent.
Über das gesamte erste Halbjahr erzielte Nestlé von Januar bis Juni damit ein organisches Wachstum von 3,6 Prozent. Das RIG verbesserte sich auf 1,5 Prozent. Der Preisbeitrag lag bei 2,1 Prozent. Von AWP befragte Analysten hatten beim organischen Wachstum mit den 3,6 Prozent gerechnet.
Der ausgewiesene Umsatz sank wegen negativer Währungseffekte leicht auf 43,109 Milliarden Franken. Diese Kennzahl ist für Anleger allerdings zweitrangig, da sie auch durch Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen beeinflusst wird.
Die Entwicklung der Absatzmengen gilt als wichtiger Gradmesser für die operative Erholung des Konzerns. Nach mehreren Jahren, in denen das Wachstum stagnierte und vor allem von Preiserhöhungen getragen wurde, erklärte der seit September 2025 amtierende CEO Philipp Navratil nachhaltiges Mengenwachstum zur obersten Maxime. Mit den Zahlen erfüllte Nestlé die Erwartungen der Analysten.
«Das Wachstum in den aufstrebenden Märkten hat sich beschleunigt», erklärte Navratil. «In den Industrieländern konnten wir wiederum eine solide Performance erzielen.»
Im Gesamtjahr 2026 solle das organische Wachstum voraussichtlich im Bereich von drei bis vier Prozent liegen. Die operative Ergebnismarge solle gemessen an den 16,1 Prozent von 2025 zulegen.
Im Halbjahr sank der Nettogewinn infolge höherer Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf zu verkaufende Vermögenswerte um 31,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken.
Nestlé kündigte zudem an, sein Wassergeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor Platinum Equity einzubringen. Das 50:50-Joint Venture Peranel solle mehr als 30 Marken und Produkte umfassen, die in 120 Ländern verkauft würden. Dazu gehören bekannte Mineralwassermarken wie S.Pellegrino, Perrier und Acqua Panna.
Die Transaktion bewerte Peranel mit einem Unternehmenswert von 4,9 Milliarden Euro. Daraus ergebe sich bei Abschluss der Transaktion ein Mittelzufluss für Nestlé von rund drei Milliarden Euro. Der Abschluss werde voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 erfolgen.
Navratil ist dabei, das Geschäft auf die vier Bereiche Kaffee, Produkte für Heimtiere und Nutrition sowie regionale Kulinarikprodukte und Snacks zu fokussieren. Das verbleibende Speiseeisgeschäft soll an den Haagen-Dazs-Besitzer Froneri verkauft werden. Zudem suche Nestle nach Käufern für das Geschäft mit günstigen Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln sowie für die Kaffeekette Blue Bottle Coffee.
(Reuters/AWP)

