Der Nahrungsmittelkonzern nimmt das Geschäft per Ende September aus seiner Konzernrechnung. Dabei fallen Vermögenswerte von rund 1,6 Milliarden Franken aus der Bilanz.

«Da wir derzeit keine Kontrolle über die Leitung der Geschäfte in Russland haben, wird das Geschäft per Ende September 2026 von der Nestlé AG entkonsolidiert», schrieb das Unternehmen am Donnerstag.

Zudem verbucht Nestlé den Angaben zufolge eine buchhalterische Belastung von rund 1,4 Milliarden Franken wegen Wechselkurseffekten. Dabei fliesst kein Geld ab. Die Nettoverschuldung dürfte sich bis Ende Jahr allerdings um rund 900 Millionen Franken erhöhen. Die Auswirkungen auf den bereinigten Betriebsgewinn 2026 sollen begrenzt bleiben.

Das Russlandgeschäft machte gemäss den neusten Angaben von Nestlé bisher rund 2 Prozent des Konzernumsatzes und 3 bis 4 Prozent des bereinigten Betriebsgewinns aus. Auf die Umsatzzahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate hat der Schritt noch keinen Einfluss.

Auswirkungen im vierten Quartal

Ab dem vierten Quartal werde sich der Wegfall des Russlandgeschäfts allerdings auf den ausgewiesenen Umsatz, den bereinigten Betriebsgewinn und den freien Geldfluss auswirken, erklärte Finanzchefin Anna Manz gemäss Redetext zur Ergebnispräsentation. Das organische Wachstum und das Mengenwachstum seien dagegen nicht betroffen, da Russland bereits seit 2022 aus diesen Berechnungen ausgeklammert werde.

Die Auswirkungen auf die bereinigte operative Gewinnmarge im Gesamtjahr dürften laut Manz begrenzt bleiben. Die Lage in Russland sei allerdings weiterhin im Fluss. Nestlé werde bei Bedarf über weitere Entwicklungen informieren.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Mitte September zwei russische Nestlé-Gesellschaften unter eine vorübergehende externe Verwaltung gestellt. Die Kontrolle ging an die Gesellschaft L.E.V. Management über. Hinter der Firma steht laut Medienberichten ein General des russischen Innenministeriums. Nestlé bleibt zwar formal Eigentümerin, kann aber nicht mehr selbst über das Geschäft bestimmen. Der Konzern betreibt in Russland sechs Fabriken und beschäftigt rund 7000 Personen.

(AWP)