Der weltgrösste Streamingdienst Netflix gab ‌am Dienstag ⁠jedoch einen verhaltenen Ausblick, nachdem das Umsatzwachstum auf den niedrigsten Stand seit knapp drei ⁠Jahren gesunken war. Darüber hinaus belasteten die Kosten für den Stellenabbau die Bilanz. Die Netflix-Aktie brach daraufhin im nachbörslichen Handel ‌an der Wall Street um knapp fünf Prozent ein.

Die Erlöse ‌stiegen in den vergangenen drei Monaten um ​knapp zwölf Prozent auf 12,87 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatten sie um 17,2 Prozent zugelegt. Eine Beschleunigung des Wachstums ist vorerst nicht in Sicht. Der US-Konzern erwartet für das Schlussquartal 2026 ein Plus von zwölf Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Der Reingewinn sprang zwar um knapp ‌30 Prozent auf 0,87 Dollar je Aktie, der Hauptgrund hierfür waren jedoch verschobene Ausgaben. Im vierten Quartal dürfte das Nettoergebnis bei 0,67 Dollar je Aktie liegen. Analysten hatten mit 0,73 Dollar je ​Aktie gerechnet.

Gesenkte Wachstumsprognose

Netflix kämpft mit verschärftem Wettbewerb. Das Unternehmen wachse nicht so schnell, ​wie er es sich wünsche, hatte Co-Chef Ted Sarandos ​unlängst betont. Vor allem YouTube baut nach Angaben der Marktforschungsfirma Nielsen seinen Marktanteil aus. Die Nutzungszeit falle fast doppelt ‌so hoch aus wie bei Netflix. Gleichzeitig wanderten fast dreimal so viele Abonnenten ab wie in den vorangegangenen Quartalen. Daher will das Unternehmen etwa 1000 Stellen streichen. Das entspricht etwa sechs ​Prozent der ​Belegschaft.

Netflix bekräftigte zwar sein Ziel eines Konzernumsatzes ⁠im Gesamtjahr von 51,18 Milliarden Dollar. Die Prognose für ​die Werbeeinnahmen schraubte der Streamingdienst ⁠dagegen auf rund 2,7 Milliarden von etwa drei Milliarden Dollar zurück. Ein überraschend hohes Wachstum der ‌klassischen Abonnements gleiche dies jedoch aus.

Netflix setzt seit einigen Jahren verstärkt auf werbefinanzierte Nutzerkonten. Diese versprechen langfristig höhere Erträge. Dazu müssen Zuschauer jedoch möglichst lange an den ‌Bildschirm gefesselt werden. Hierzu sollen unter anderem Live-Übertragungen von Konzerten oder ​Sportereignissen beitragen. Darüber hinaus schloss das Unternehmen Lizenzvereinbarungen mit dem Konkurrenten Walt Disney, um beispielsweise die Animationsfilme der «Ice Age»-Reihe zeigen zu können.

(Reuters)