Der jüngste von den Schweizer Gesetzgebern verabschiedete Vorschlag zur Kapitalreform würde den Gewinn pro Aktie der UBS um 9 Prozent verringern, wie Analysten von RBC schätzten. Der Plan, dem der Ständerat letzte Woche zustimmte, verlangt von der UBS, die ausländischen Einheiten zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) zu unterlegen. Der Vorschlag des Bundesrats hatte noch eine Absicherung von 100 Prozent vorgesehen.

Die Schätzung bezieht sich auf den aktuellen Zustand. Sie setzt voraus, dass die UBS das Volumen an ausstehenden AT1-Anleihen verringert. AT1-Anleihen sind eine Form von nachrangigem Fremdkapital.

Die UBS wehrt sich weiterhin gegen die Pläne. Die Bank hatte eine andere Initiative unterstützt. Diese hätte es erlaubt, einen grossen Teil der neuen Kapitalanforderungen mit AT1-Anleihen abzudecken.

Die grösste Bank der Schweiz betont, die 90-Prozent-Regel schade ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Sie schätzt den zusätzlichen Bedarf an CET1-Kapital für die inländische Einheit auf rund 16 Milliarden Dollar. 

Da das Grundszenario nun klarer sei, könne die UBS ihre Gegenmassnahmen finalisieren, so die RBC‑Analysten. Ein Verkauf der gesamten Bank oder von Teilen des Geschäfts sei wohl nicht die bevorzugte Option. Die Analysten erwarten vor der endgültigen Regelung keine konkreten Angaben für den Markt.

Als Nächstes befasst sich eine Kommission des Nationalrats mit der Vorlage. Eine Debatte und eine Abstimmung werden im Oktober und November erwartet. Anschliessend berät der gesamte Nationalrat über die Reformen, voraussichtlich in der Wintersession vom 30. November bis zum 18. Dezember.

Eine Gruppe von Parlamentariern hat eine weitere Idee eingebracht. Diese sieht vor, die CET1-Unterlegung auf 75 Prozent festzusetzen, wie die «Neue Zürcher Zeitung» am Wochenende berichtete. Stimmen die beiden Kammern unterschiedlichen Anträgen zu, geht das Geschäft in das Differenzbereinigungsverfahren und dürfte auf einen Kompromiss zulaufen.

Aufgrund der Parteienzusammensetzung im Nationalrat sind weichere Regeln in den nächsten Schritten nicht sehr wahrscheinlich. Das strengere Resultat aus dem Ständerat könnte aber dazu führen, dass sich die beiden Kammern schneller einigen, so die RBC-Analysten.

(cash/Bloomberg)

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