China greift nach den im Ausland geparkten Vermögen seiner reichen Bürger und schliesst ein lange genutztes Steuerschlupfloch. Von diesem Freitag an werden private Einkommensteuern auf Vermögenswerte in ausländischen Trusts sowie auf deren Erträge fällig, wie das Finanzministerium und die Steuerbehörde in Peking mitteilten. Damit will die Regierung Einnahmen aus Vermögen erzielen, die bislang dem Zugriff des Fiskus entzogen waren.
Solche Offshore-Trusts - bei denen Vermögen an einen Treuhänder übertragen wird - waren für reiche Chinesen lange eine Möglichkeit, ihr Vermögen im Ausland zu parken. Die Besteuerung war bislang eine rechtliche Grauzone. Künftig wird eine Steuer von 20 Prozent fällig, wenn Vermögenswerte wie Aktien oder Immobilien in einen solchen Trust übertragen werden. Zudem werden die jährlichen Erträge, die der Trust erwirtschaftet, ebenfalls mit 20 Prozent besteuert. Eine Schätzung, wie hoch die so im Ausland gehaltenen Vermögen sind, gaben die Behörden nicht ab.
Die neuen Regeln enthalten auch weitreichende Bestimmungen, um eine Umgehung zu verhindern. So können auch Personen, die eine ausländische Staatsbürgerschaft annehmen, weiterhin als in China steuerpflichtig behandelt werden, wenn ihre wirtschaftlichen Hauptinteressen im Land verbleiben. Die Regelung gilt teilweise rückwirkend. Nicht gezahlte Steuern auf seit Januar 2023 in Trusts eingebrachte Vermögen müssen innerhalb von 90 Tagen beglichen werden, um Strafen zu vermeiden. Bei Steuerhinterziehung drohen Nachzahlungen, Aufschläge und Bussgelder.
(Reuters)

