⁠Die Anwälte von drei Krebspatientinnen warfen dem Unternehmen am Dienstag ⁠vor einem Gericht im Bundesstaat Missouri vor, das Mittel vor dem Verkauf nicht ausreichend ‌getestet zu haben. «Monsanto hat Roundup nicht ausreichend ‌getestet», sagte der Anwalt ​der Klägerinnen, Greg Dovel, zum Prozessauftakt. Bis heute habe das Unternehmen nie alle notwendigen Tests vorgenommen.

Der Prozess gilt als wichtiger Testfall, da er sich auf eine neue juristische Argumentation stützt. Ein ‌früheres Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA hatte Klagen wegen des Vorwurfs unzureichender Warnhinweise vor Krebsrisiken auf den Produktetiketten erschwert. Die aktuelle Klage ​argumentiert jedoch, das Produkt sei grundsätzlich fehlerhaft konzipiert ​und für den Verkauf zu unsicher.

Dieser Punkt wurde vom höchsten US-Gericht nicht direkt behandelt. Die drei Klägerinnen, von denen ‌eine vor Prozessbeginn verstarb, sind nicht Teil eines angestrebten Milliardenvergleichs, mit dem Bayer einen Grossteil der Klagen beilegen will.

Bayer weist die ​Vorwürfe ​zurück. Ein Anwalt des ⁠Konzerns erklärte, die Klägerinnen könnten nicht beweisen, ​dass glyphosathaltige Mittel zu ⁠gefährlich für den Verkauf seien. Dies widerspreche den jahrzehntelangen Sicherheitsprüfungen ‌von Regulierungsbehörden weltweit, einschliesslich der US-Umweltschutzbehörde EPA. Der Leverkusener Konzern sieht sich in den USA mit etwa 65.000 Klagen ‌im Zusammenhang mit Roundup konfrontiert. Die Klagewelle belastet ​Bayer seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018.

(Reuters)