Novartis-Konkurrenz - US-Firma Gilead kauft Krebsspezialisten für 12 Milliarden Dollar

Der US-Pharmakonzern Gilead schlägt mit einer milliardenschweren Übernahme im vielversprechenden Markt der Immuntherapie von Krebs zu.
28.08.2017 15:35
Ein Mitarbeiter des US-Pharmaunternehmens Gilead im Labor.
Ein Mitarbeiter des US-Pharmaunternehmens Gilead im Labor.
Bild: Bloomberg

Gilead legt für den Kauf der US-Biotechfirma Kite Pharma knapp zwölf Milliarden Dollar auf den Tisch, wie das kalifornische Unternehmen am Montag mitteilte. Die Kite-Aktionäre sollen 180 Dollar je Aktie erhalten, ein Aufschlag von rund 29 Prozent zum Schlusskurs am Freitag. Das Biotechunternehmen hat sich auf die Krebstherapie mit genetisch veränderten Abwehrzellen - so genannte CART-T-Zellen - spezialisiert, die den Krebs erkennen und bekämpfen sollen. Für Gilead ist es der grösste Zukauf seit der Übernahme des Hepatitis-Spezialisten Pharmasset 2011 für elf Milliarden Dollar.

Experten trauen den CART-T-Zelltherapien nach einer Zulassung Milliardenumsätze zu. Entsprechend heiss ist dieses Feld der Krebsimmuntherapie umkämpft. Im Rennen vorne mit dabei sind neben Kite der Schweizer Pharmakonzern Novartis sowie die US-Biotechfirmen Juno und Bluebird Bio. Die US-Gesundheitsbehörde FDA will bis Ende November über die Zulassung des Mittels Axicel von Kite zur Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem Lymphom entscheiden. Die Zulassung für Europa wird 2018 erwartet. Gilead ist bereits in der Krebsforschung aktiv, aber vor allem als einer der weltgrössten Hersteller von Aids-Medikamenten sowie für sein Hepatitis-C-Mittel Harvoni bekannt - eines der weltweit umsatzstärksten Medikamente.

Der Abschluss der Übernahme wird für das vierte Quartal erwartet. Die Aufsichtsräte von Gilead und Kite haben dem Deal bereits zugestimmt. Börsianer und Anteilseigner hatten angesichts des dicken Finanzpolsters von Gilead schon länger auf einen Zukauf des Pharmakonzerns gewartet. Dessen Wachstum wurde in den vergangenen Jahr stark von seinen erfolgreichen Hepatitis-Medikamenten getrieben, die zuletzt aber unter anderem wegen gestiegenen Wettbewerbs stark an Umsatz eingebüsst hatten.

(Reuters)