Novartis - Sandoz-Chef geht mitten im Umbau

Der Abgang des Chefs der Novartis-Generikatochter Sandoz gibt Spekulationen über eine Abspaltung der Sparte neue Nahrung.
14.03.2019 12:35
«Ein mehrjähriger Weg, zu dem ich mich nicht verpflichten kann»: Richard Francis, CEO Sandoz.
«Ein mehrjähriger Weg, zu dem ich mich nicht verpflichten kann»: Richard Francis, CEO Sandoz.
Bild: ZVG

Richard Francis trete Ende März als Sandoz-Chef zurück, teilte der Pharmakonzern aus Basel am Donnerstag mit. Seinen Posten übernimmt vorübergehend Francesco Balestrieri, der momentan das Europa-Geschäft der Sparte leitet. Francis habe aus persönlichen Gründen entschieden, dass er nicht bis zum Abschluss der eingeleiteten Transformation bei Sandoz bleiben könne, erklärte Novartis-Chef Vasant Narasimhan. Francis erklärte: "Während ich davon begeistert bin, habe ich festgestellt, dass das ein mehrjähriger Weg ist, zu dem ich mich nicht verpflichten kann."

Der 50-jährige Brite leitet das Novartis-Geschäft mit Nachahmermedikamenten seit 2014. Sein Nachfolger Balestrieri - Italiener und ebenfalls 50 Jahr alt - ist seit 25 Jahren in verschiedenen Positionen für Novartis tätig. Novartis-Chef Narasimhan, der seit gut einem Jahr an der Konzernspitze steht und das Unternehmen im Eiltempo neu ausrichtet, will über die Zukunft von Sandoz nach der Umgestaltung der Sparte zu einer selbstständigen Einheit entscheiden. Dafür veranschlagt der Amerikaner 18 Monate. Ein US-Generika-Portfolio wurde bereits verkauft. Sandoz treibt das Geschäft mit Biosimilars stark voran - Nachahmerversionen von biologisch hergestellten Medikamenten.

Ein Fünftel des Novartis-Umsatzes

Die Sparte trug im vergangenen Jahr knapp ein Fünftel zum Novartis-Umsatz von 51,9 Milliarden Dollar bei. Sandoz kämpft vor allem wegen Preisdrucks in den USA mit rückläufigen Verkaufserlösen und Gewinnen. Spekulationen, dass sich Novartis von dem Bereich trennen könnte, gab es wiederholt. Auch wenn sich Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt jüngst zu Sandoz bekannte, sei eine Abspaltung "wie bei Alcon mit der übergeordneten Strategie eines fokussierten reinen Pharmageschäfts vereinbar", erklärt Analyst Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank. Das Augenheilgeschäft Alcon bringt Novartis an die Börse.

Am Aktienmarkt schlägt der Wechsel an der Spartenspitze keine grossen Wellen: Mit einem Kursplus von 0,4 Prozent bewegen sich die Novartis-Aktien im Einklang mit den europäischen Gesundheitswerten.

(Reuters)