Novo leistet zunächst eine Vorabzahlung von 300 Millionen Dollar. Später winken erfolgsabhängige ⁠Meilensteinzahlungen von bis zu 2,3 Milliarden Dollar, wie Hengrui am Dienstag mitteilte. Bei der Pille ‌handelt es sich um ein Medikament aus ‌der Klasse der GLP-1-Rezeptor-Agonisten - wie auch die ​Abnehmspritze Wegovy der Dänen.

Novo Nordisk zufolge soll die Tablette nur einmal wöchentlich eingenommen werden. Das würde die Einnahme im Vergleich zu aktuellen Angeboten erheblich reduzieren und die Anwendung für Patienten erleichtern.

Novo erschliesst sich damit ‌eine weitere Einnahmequelle im boomenden Markt für Abnehmpräparate, dessen weltweiter Jahresumsatz Analysten zufolge im nächsten Jahrzehnt auf rund 100 Milliarden Dollar steigen dürfte. Die Branche setzt verstärkt ​auf Tabletten, um Patienten zu gewinnen, die Spritzen ablehnen. ​

Novo kündigte mit der neuen Pille weltweite ​klinische Studien an, nannte aber keinen Zeitplan. Der Konzern erhält die Rechte für den Wirkstoff ‌ausserhalb von Festlandchina, Hongkong, Macau und Taiwan. In der Volksrepublik wird das Mittel bereits in ersten Studien erprobt.

Auf dem Markt für Adipositas-Medikamente liefert sich ​Novo einen ​harten Wettbewerb mit dem US-Rivalen Eli ⁠Lilly. Beide bieten bereits GLP-1-Medikamente an, die ​ein Darmhormon nachahmen, um den ⁠Appetit zu zügeln und den Blutzucker zu regulieren. Die starke Konkurrenz ‌hat die Aktien von Novo Nordisk zuletzt massiv unter Druck gesetzt:

Die Papiere sind von ihren Rekordhochs um mehr als 70 ‌Prozent eingebrochen. Die Aktien von Hengrui legten nach der ​Ankündigung in Hongkong dagegen um rund drei Prozent zu.

(Reuters)