Aus seiner Medikamenten-Pipeline erwarte der Konzern für 2035 einen Erlös von mehr als 150 Milliarden dänischen Kronen (rund 20,1 Milliarden Euro), teilte Novo am Montag anlässlich seines Kapitalmarkttages in London mit. Zudem sollen die Kapazitäten für GLP-1-Medikamente in Tablettenform gegen Fettleibigkeit deutlich ausgebaut werden. Damit will der Konzern zehnmal mehr Menschen als bisher versorgen.
Insgesamt plant Novo, bis zum Ende des Jahrzehnts weltweit mehr als 60 Millionen Patienten zu behandeln. Der Schwerpunkt der Forschung liegt dabei auf den Bereichen Fettleibigkeit und Diabetes. Hier sind mindestens fünf klinische Studien der entscheidenden Phase 3 vorgesehen. Mindestens fünf weitere Phase-3-Studien plant Novo Nordisk in anderen Therapiebereichen.
Beim Umsatz peilt der Vorstand für die Jahre 2026 bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum auf dem Niveau der Konkurrenz an. Die operative Marge soll in diesem Zeitraum weitgehend stabil bleiben.
Mit den Zielen reagiert Konzernchef Mike Doustdar auf den wachsenden Druck von Investoren. Diese hatten im Vorfeld eine klarere Strategie gefordert, wie sich Novo Nordisk gegen den US-Rivalen Eli Lilly behaupten will. Dessen Abnehmspritze Zepbound dürfte den Umsatz des Novo-Kassenschlagers Wegovy in diesem Jahr LSEG-Daten zufolge um mehr als sieben Milliarden Dollar übertreffen. Zudem laufen Anfang der 2030er Jahre die Patente für Semaglutid aus, den Wirkstoff von Wegovy und dem Diabetes-Medikament Ozempic.
Nach Rückschlägen in klinischen Studien - etwa bei dem Adipositas-Hoffnungsträger CagriSema oder einem Herzmedikament - war der Aktienkurs der Dänen seit seinem Höchststand um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Analysten und Anleger dringen daher auf Zukäufe und eine stärkere Diversifizierung jenseits des Geschäfts mit Fettleibigkeit.
(Reuters)

