Nun ist auch Raiffeisen systemrelevant

Die Raiffeisen-Gruppe ist aufgrund ihrer starken Marktstellung im Einlagen- und Kreditgeschäft von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als systemrelevant eingestuft worden.
13.08.2014 08:10
Pierin Vincenz, CEO Raiffeisen Gruppe.
Pierin Vincenz, CEO Raiffeisen Gruppe.
Bild: cash

In einem nächsten Schritt sollen entsprechende Anforderungen gemeinsam mit der Finma umgesetzt werden. Derweil erzielte die Gruppe im ersten Halbjahr etwas mehr Ertrag, dafür aber leicht weniger Gewinn. Für das laufende Jahr erwartet das Management im operativen Geschäft ein Ergebnis über dem Vorjahreswert.

Am 16. Juni 2014 sei nach Anhörung von Raiffeisen und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) darüber verfügt worden, dass Raiffeisen als Finanzgruppe systemrelevant im Sinne des Bankengesetzes ist, teilte die SNB am Mittwoch mit. Die Gruppe biete laut Nationalbank Dienstleistungen an, die für die Schweizer Volkswirtschaft unverzichtbar und kurzfristig nicht ersetzbar sind, hiess es von Raiffeisen in einer eigenen Mitteilung.

Mit 305 selbständigen Raiffeisenbanken und einer Bilanzsumme von 183 Mrd CHF per 30. Juni 2014 zählt die Gruppe den Angaben nach zu den bedeutendsten Anbietern von Bankdienstleistungen in der Schweiz. Die drittgrösste Bankengruppe des Landes zähle 3,7 Mio Kunden und sei an mehr als 1'000 Schweizer Orten vertreten.

Dank der bestehenden Eigenmittel-Überdeckung erfülle die Gruppe die geltenden Finma-Ziele auch nach der Verschärfung der regulatorischen Eigenmittelanforderungen, so Raiffeisen weiter. Im Januar erhöhte der Bundesrat per 30.06.2014 den antizyklischen Kapitalpuffer bei Krediten auf Wohnliegenschaften im Inland von 1% auf 2%. Die Gesamtkapitalquote (Total Capital Ratio) der Raiffeisen-Gruppe betrug bereits Ende Juni 15,0%. Die Finma-Zielvorgaben liegen bei 14,8% mit antizyklischen Puffer und 13,6% ohne antizyklischen Puffer.

(AWP)