Nun muss sich Apple richtig warm anziehen

Mit der Übernahme von Motorola steigt Lenovo zu einem ernstzunehmenden Hersteller von Mobiltelefonen auf. Ein Branchenkenner sagt, weshalb sich Apple nun warm anziehen muss.
31.01.2014 08:27
Von Lorenz Burkhalter
Branchenkenner befürchten, dass sich Apple nach der Übernahme von Motorola durch Lenovo im Regen steht.

Damit hatte wirklich niemand gerechnet: Nach gerade mal zwei Jahren trennte sich Google am Mittwoch von Motorola. Der Hersteller von Mobiltelefonen geht für 2,9 Milliarden Dollar an Lenovo.

Der überraschende Ausstieg von Google bei Motorola ist auch am Hauptsitz von Apple im kalifornischen Cupertino nicht unbemerkt geblieben. Und das mit gutem Grund. Denn Branchenkennern zufolge werden die Karten im Markt für Mobiltelefone durch den Einstieg von Lenovo in den Heimmarkt der Amerikaner neu gemischt.

Lenovo rollt den Markt von hinten auf

Geht es nach dem Analysten von Stifel Nicolaus, dann ist der Vorstoss des chinesischen Rivalen gleich in zweifacher Hinsicht eine schlechte Nachricht für Apple. Einerseits stärke Lenovo die Präsenz in Nordamerika und Europa deutlich. Bisher habe das Unternehmen über keine nennenswerte Marktpräsenz verfügt, was sich nun ändern werde. Andererseits habe Motorola in den letzten Jahren einige vielversprechende Smartphones wie Moto X oder Moto G auf den Markt gebracht, und das erst noch zu attraktiven Preisen.

Mit der Marketingkraft von Lenovo im Rücken, werde das kombinierte Unternehmen in Nordamerika, Europa und Südamerika Marktanteile zu Lasten führender Anbieter wie Apple gut machen. Gleichzeitig profitiere die neue Nummer drei im weltweiten Markt für Mobiltelefone von einer starken Vertriebsinfrastruktur im asiatischen Raum.

Anders als am Heimmarkt sieht der Analyst die Stellung von Apple in China nicht in Gefahr. Zwar verfüge Lenovo über eine starke Präsenz in Asien. Mit der Übernahme von Motorola könne das Unternehmen wichtige Lücken im Produktangebot schliessen. Aufgrund des bereits hohen Marktanteils der Chinesen würden sich die Auswirkungen auf andere Anbieter aber in Grenzen halten, so der Analyst weiter.