Oerlikon-Aktie nach Zahlen im Hoch

Das Halbjahresergebnis von OC Oerlikon kommt in Analystenkreisen gut an. Die firmeneigenen Jahresprognosen werden zunehmend als konservativ bezeichnet, was die Aktien steigen lässt.
05.08.2014 12:56
Von Lorenz Burkhalter
Hat die Zügel bei OC Oerlikon fest im Griff: Der neue und früher für ABB tätige CEO Brice Koch.
Hat die Zügel bei OC Oerlikon fest im Griff: Der neue und früher für ABB tätige CEO Brice Koch.
Bild: ZVG

Das dürfte der Grossaktionär Viktor Vekselberg genauso gerne hören wie die zahlreichen Publikumsaktionäre: Mit dem Zahlenkranz für das erste Halbjahr 2014 übertrifft OC Oerlikon die Markterwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn.

Dennoch halten die Firmenverantwortlichen an ihren bisherigen Zielsetzungen für das Gesamtjahr fest. Die Prognose eines Umsatzwachstums von mehr als 15 Prozent bei einer EBITDA-Marge von rund 15 Prozent wird in Analystenkreisen mittlerweile jedoch als konservativ beurteilt.

Zur Stunde haussiert die Aktie von OC Oerlikon um 5,3 Prozent auf ein Tageshoch von 12,90 Franken. Händler berichten von geradezu aggressiven Käufen seitens institutioneller Grossinvestoren.

Bei der Zürcher Kantonalbank wird in einem Kommentar zwar auf den leicht unter den Erwartungen liegenden Auftragseingang verwiesen. Auf den Stufen Umsatz und Profitabilität seien dieses allerdings leicht übertroffen worden. Der verantwortliche Analyst stellt aufgrund der unerwartet guten Profitabilität eine Erhöhung seiner Schätzungen in Aussicht. Den Zahlenkranz bezeichnet er insgesamt als leicht positiv für die mit "Marktgewichten" eingestufte Aktie.

Deutliche Fortschritte im Textilmaschinengeschäft

Deutlich zuversichtlicher äussert sich sein für die Bank Vontobel tätiger Berufskollege. Diesem zufolge fällt das Ergebnis insgesamt solide aus und birgt keine grösseren Überraschungen. Der organisch leicht rückläufige Auftragseingang bestätige das schwierige und von Herausforderungen geprägte Umfeld. Dennoch sei die Rentabilitätsentwicklung stark, was insbesondere für das Textilmaschinengeschäft gelte. Im Hinblick auf die zweite Jahreshälfte liege das Hauptaugenmerk des Marktes nun auf der Integration der von Sulzer übernommenen Tochter Metco. Der Analyst hält auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes sowohl an seiner Kaufempfehlung als auch am Kursziel von 17 Franken fest.

Auch bei der Bank Mirabaud wird die während dem zweiten Quartal beobachtete Geschäftsentwicklung als leicht über den Erwartungen liegend beurteilt. In Erwartung grösserer Kostensynergien aus der Übernahme von Metco wird die Aktie von OC Oerlikon mit "Buy" und einem Kursziel von 16,50 Franken eingestuft.

Ähnlich tönt es bei J. Safra Sarasin. In einem Kommentar schreibt die Privatbank von einem soliden Geschäftsgang. OC Oerlikon sei es möglich gewesen, die Erwartungen zu übertreffen. Auf Basis der sehr soliden Entwicklung während den ersten sechs Monaten hält der Analyst seine Investmentthese für intakt und sieht sich in seiner Kaufempfehlung für die Aktie bestärkt. Insbesondere im Textilmaschinengeschäft rechnet er mit einer besseren zweiten Jahreshälfte.

Weniger in Analystenkreisen als vielmehr im Berufshandel werden die von den Firmenverantwortlichen unverändert beibehaltenen Prognosen für das Gesamtjahr zunehmend als vorsichtig und konservativ eingestuft.